Zum Teil wohl aus Selbstschutz. Damit ich nicht mehr erpreßt werden kann, gezwungen werden, etwas zu tun, was ich nicht will, um meinen kleinen Bruder endlich zu beschützen, vielleicht sogar zu retten.
Als ich zur Armee gegangen bin, ist sein Vater ausgerastet und hat seinen acht oder neun jährigen Sohn grün und blau geschlagen.
Das hätte der gut getarnte Sadist sich nie getraut, als ich noch zu Hause wohnte.
Mein Bruder hat seiner Lehrerin gezeigt und erzählt, was passiert ist. Die ist mit ihm zum Schularzt.
Meine Mutter war Lehrerin und in der SED. Wie sie ihren lieben Ehrmann da rausgehauen hat, läßt sich nur vermuten. (Mein Bruder und ich glauben, daß er als Wiedergutmachung Spitzel für die Stasi geworden ist.)
Zum Gewaltausbruch seines Vater ist es wohl gekommen, weil mein Bruder nicht mehr sein Lustknabe sein wollte. Wie konnte er es wagen! Wo sein Vater ihn doch vor anderen lüsternen Männer beschützt hat!
Vielleicht stimmt das aber nur teilweise. Vielleicht hat er ihn nur nicht getauscht, wenn ihm das Tauschobjekt nicht gefallen hat, und mein Bruder hat verdrängt, daß er getauscht oder ausgeliehen wurde.
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Einmal haben mein Bruder und ich das Fest der Liebe (Weihnachten) zum Fest der Wahrheit gemacht.
Danach wurden wir nie wieder zusammen zu den Eltern eingeladen.
Das war der Höhepunkt der Selbstbefreiung meines Bruders.
Die Eltern werden ihn mit Geld nachjustiert haben.
Kann man nachvollziehen.
Allerdings, wenn Freiheit wichtig ist, biegt man hier falsch ab.
Die Täter müssen begreifen und fühlen, daß sie sich nicht freikaufen können. Nicht mit Geld, nicht mit Gegenleistung.
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Gegen sexuelle Gewalt gibt es nur eine Lösung: Höre auf damit, gestehe, bringe dein Leben in Ordnung, werde ein guter Mensch.
Durchtrenne die Kette, an die du gebunden bist.
Eigentlich einfach. Wenn da nicht die Macht wäre, die ohne solche Menschen nicht funktionieren würde.