Wie herrlich ist die Osterzeit,
wenn die Narzissen blühen
und in den Feldern weit und breit
tote Soldaten liegen.
Dort oben in den hohen Bergen
schmilzt der letzte Winterschnee.
Hier unten in den Särgen
tut keinem mehr was weh.
Vom Südem weit die ersten Stare
ziehen zwitschernd wieder heim.
Kinder liegen auf der Bahre,
vielen fehlt ein Arm, ein Bein.
Die ersten fleißigen Bienen summen
über den blühenden Auen.
Die Kleinen auf den Bahren verstummen.
Zurück bleiben weinende Frauen.
Es spielen die jungen Häslein,
und springen so lustig vor sich hin.
Sie schnüffeln keck mit ihren Näschen
und atmen Cyclosarin.
Hei, wie schnell treiben die ersten Sprossen
aus der feuchtwarmen Erde heraus.
In den Dörfern liegen Leute erschossen
vor ihrem Elternhaus.
Die Luft ist hell und mild und lau,
sie streift sanft über die Wangen.
In manchem dunklem, kalten Bau
wird gefoltert mit glühenden Zangen.
Ein Bächlein fließt aus der Quelle
mit Wasser so frisch, so klar und so gut;
etwas weiter, an anderer Stelle
ist das Flüßchen schon rot vom Blut.
Wie lustig torkeln die Schmetterlinge
lautlos über den Balkonen;
oben drüber noch andere Sonderlinge:
surrende, schnelle, glänzende Drohnen.
Juchei, auch in den Städten wird Frühling.
Ein paar Gestrige treibt es hinaus
zum Ostermarsch, welch seltsam Ding !
Doch die meisten bleiben bequem zuhaus.
Wie herrlich ist doch die Osterzeit,
wenn die Welt sich wieder erneuert
und bunt sich zeigt in neuem Kleid.
Schon der Gedanke daran ist bescheuert.