Der Franz und die Anderen

Alltagsgedicht zum Thema Unverständnis

von  Citronella


Der Franz saß in der Straßenschänke,

zwei Gläser Bier noch, dann war Schluss.

Nicht dass er heut noch tiefer sänke,

ihn quälte noch der letzte Schuss.


Das Leben lief derzeit nur stockend,

nichts wirkte rund in seiner Welt.

Und das was früher mal verlockend,

wurd wohl inzwischen abbestellt.


Die Frauen, die ihn mal umschwärmten -

zu alt, zu hässlich, auch zu dumm.

Gespräche, die den Tag erwärmten -

zu viele Freunde warn schon stumm.


So hielt's den Franz sehr oft am Tresen,

was sollte er zu Haus allein?

Und alles was mal schön gewesen,

versank nun in viel Bier und Wein.


Er selbst hielt sich bis heut für prächtig,

ein Mannsbild, wie's im Buche stand.

Und sah nicht, dass er, klein und schmächtig,

ein Nichtsnutz war, den niemand wichtig fand.



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Kommentare zu diesem Text


 niemand (25.03.26, 10:51)

Er selbst hielt sich bis heut für prächtig,

ein Mannsbild, wie's im Buche stand.
Tja, so ist das nicht selten mit dem Bildnis, welches man von sich selbst hat.

Der Mensch will betrogen werden, sogar vom eigenen Ich.       :O
LG Irene

 Citronella meinte dazu am 25.03.26 um 11:33:
Ja, Irene! 
Und wenn's Geld zum Ende des Monats nicht mehr fürs Bier reicht, sitzen sie abends eben zu Hause und schreiben Hetzkommentare in Foren. q.e.d.

LG Citronella
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