Black rainbow

Text

von  Pearl

In einem fernen Land, als die Zeit noch nicht existierte, traf die Tochter des Regenbogens auf einen Sohn der Sonnen. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Sein Haar war dunkel. Doch aus seinen Augen leuchteten Intelligenz, Güte und eine Sensibilität, die sie nie in einem Jungen zu erblicken dachte.

Er fand sie schön und ziemlich authentisch in ihrer leisen Unbezähmbarkeit. 

Es begann zwischen den beiden eine Liebesgeschichte, die schön wie Mai war. 

Als sie ihn berührte, war es kein Mensch, den sie fühlte: sie berührte den ganzen Himmel.

Als er sie berührte, waren es Farben, die er fühlte.

Und sie mündeten im schwarzen Nichts, welches man auch Gott nennen darf.

Der Sternensohn war glücklich und auch die Regenbogentochter war es; sehr.

Doch jede schöne Geschichte muss einmal enden, damit sie unendlich wird. Er verließ sie um in den Gefilden des Himmels neuen Abenteuern nachzureisen, war er doch immer schon ein Abenteurer gewesen. Und sie erlebte auch manch Neues, doch sie konnte ihn weder aus ihren Gedanken tilgen, noch aus ihrem Herzen. Sie war traurig.

Der Moment als sie ihr Erbe antreten und die Aufgabe der Regenbögen übernehmen sollte, war derselbe, als sie hörte, dass ihr Geliebter das Diesseits verlassen hat. 

Seitdem ist nicht nur die Farbe mancher Sterne erloschen, es scheint auch ein schwarzer Regenbogen über jenem fernen Land. Und er lehrt die Menschen tagtäglich den Preis der Liebe. Und dass Traurigkeit und Trauer nicht dasselbe sind.



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