
der mensch, „das noch nicht festgestellte tier“*,
stellt allerdings oft fest: ihm schmeckt das bier
und säuft sich gern voll blau dann einen an
dass man an seim verstand schon zweifeln kann...
*Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse – Drittes Haupstück – Das religiöse Wesen
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am fuß der blauen berge
da saßen niemals zehen
da konnte man wenn's hochkam
mal sioux sitzen sehen
zudem vielleicht schwarzfüße
cheyenne crow und cree
oder sogar comanchen
doch zehen sicher nie
denn zehen könn' nicht spähen
wie's ein indianer kann
am fuß der blauen berge
so nach dem weißen mann
den nahm er oft gefangen
und hat ihn massakriert
und ihm vorm totempfahle
nen kriegstanz vorgeführt
man rauchte dann ein pfeifchen
wenn wieder frieden war
und krümmte sich ne weile
erst mal kein einz'ges haar
am fuß der blauen berge
da saßen niemals zehen
doch konnt' man aus dem wigwam
um zehn rauch steigen sehen...
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am fuß der blauen berge war der po-
dologe völlig ratlos und frug wo
zum teufel denn da bloß die zehen wär'n
er würde denen ja von herzen gern
die nägel schneiden aber auch womit
wär' überhaupt denn möglich so ein schnitt?!
am fuß der blauen berge stand der schuster
und sprach zu ihm: „auch ich seh' zappenduster
zwecks schuhmacherei bloß schon für den leisten!“
während hoch über ihn'n die geier kreisten
worauf der podologe sprach: „mensch meier
weshalb wir zwei dann hier sind weiß der geier!“...
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sein brückenwart war einst so blau
da wurde selbst das wunder blass
und dann vor gram echt richtig grau
denn nur durch weingeist schafft man(n) das...
https://de.wikipedia.org/wiki/Blaues_Wunder
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„In lieblicher Bläue blühet mit dem metallenen Dache der Kirchthurm“ (Hölderlin)

Klosterkirche & Gut Grauhof
so schön kann das ja nur ein dichter sagen
der mehr zu sagen hat als unsereins
und dessen worte auch viel weiter tragen
als andere – ich kenn' da bislang keins --
ein kirchturmdach kann ich tagtäglich sehen
so blühend sommers wie einst hölderlin
es lohnt sich durch die feldmark hier zu gehen
mit einem andren wort von ihm im sinn
worin es auch um schatten geht von bäumen
in dem ich hin zum gute gleichfalls geh'
und die den weg mit krausen kronen säumen
wie oft eine gutsherrliche allee -
vom messen spricht des dichters wort insgleichen
zu uns, dem für ihn deutungslosen zeichen:
„Süss ists, dann unter hohen Schatten von Bäumen
Und Hügeln zu wohnen sonnig, wo der Weg ist
Gepflastert zur Kirche. Reisenden aber, wem,
Aus Lebensliebe, messend immerhin,
Die Füsse gehorchen, blühn
Schöner die Wege, wo das Land“
(Hölderlin, Griechenland)
