Neues aus dem Schloss XIV

Tagebuch

von  lugarex

zwei mal falsch

einmal für dich

2Q==

Westlich von Konstanz liegt zwischen der Schweiz und Deutschland 

eine Tafel von Glas. Sie wird auch Seerhein genannt. Betreten erlaubt.


Man sieht da ausser Rehen, Schwanen, Fischreihern und anderen

auch Leute, die da zur Erholung oder Schloss Bewunderung kommen.

Meistens sitzen sie da auf Steinen oder steigen sie ins Wasser,
jetzt noch ziemlich kalt zum richtigen Baden. Das Schloss ist buchstäblich

durch die Sonne überflutet und trotz der steigenden Temperatur

wird auf dem Gerüst eifrig gearbeitet. Ameisen und Steinmetze 

tragen Säcke mit speziellen Mörtel hoch, man sieht sie nicht

hinter dem theatralischen Schutznetz, aber kann das Klopfen

der Hammer deutlich von dem Klappern der Storchen oder Rufen 

das Kuckucks unterscheiden, alles ist irgendwie in Bewegung 

und gemeinsam kreiert es absolute Ruhe, zum Relax, zum Träumen.

Die westliche Fassade wird allmählich schon in ihren historischen

Gewand erscheinen. Schon wieder, nach Jahren des Schlafes…


Mutige sportliche Ruderer und Damen kreuzen den Fluss 

abwechslungsweise mit den Fahrern der stolzen Motoryachten, 

die werden regelmässig von zwei biblischen Kristen verfolgt, 

einer– bis gestern –  gar mit einem Hut.


Die Jesus nutzen einfach die entstandenen Wellen von den Booten.

Manchmal misslingt der Wellengang und der Läufer geht baden. 

aber der mit Hut hat es gestern spielend nach Konstanz geschafft,

dem Schiff namens Thurgau folgend. Nur nachher, als er hat schnell noch

dem Arenenberg folgen wollen, passierte es: Wasser hat ihn

verraten, veschluckt und er tauchte, wobei sein Hut natürlich auch. 

Der Hut kam nicht mehr zurück, vielleicht schmückt er

jetzt den Kopf eines hiesigen Wassermannes.

Oder einer Nymphe…

Der Kristus läuft weiter ohne…






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