zwei mal falsch
einmal für dich
Westlich von Konstanz liegt zwischen der Schweiz und Deutschland
eine Tafel von Glas. Sie wird auch Seerhein genannt. Betreten erlaubt.
Man sieht da ausser Rehen, Schwanen, Fischreihern und anderen
auch Leute, die da zur Erholung oder Schloss Bewunderung kommen.
Meistens sitzen sie da auf Steinen oder steigen sie ins Wasser,
jetzt noch ziemlich kalt zum richtigen Baden. Das Schloss ist buchstäblich
durch die Sonne überflutet und trotz der steigenden Temperatur
wird auf dem Gerüst eifrig gearbeitet. Ameisen und Steinmetze
tragen Säcke mit speziellen Mörtel hoch, man sieht sie nicht
hinter dem theatralischen Schutznetz, aber kann das Klopfen
der Hammer deutlich von dem Klappern der Storchen oder Rufen
das Kuckucks unterscheiden, alles ist irgendwie in Bewegung
und gemeinsam kreiert es absolute Ruhe, zum Relax, zum Träumen.
Die westliche Fassade wird allmählich schon in ihren historischen
Gewand erscheinen. Schon wieder, nach Jahren des Schlafes…
Mutige sportliche Ruderer und Damen kreuzen den Fluss
abwechslungsweise mit den Fahrern der stolzen Motoryachten,
die werden regelmässig von zwei biblischen Kristen verfolgt,
einer– bis gestern – gar mit einem Hut.
Die Jesus nutzen einfach die entstandenen Wellen von den Booten.
Manchmal misslingt der Wellengang und der Läufer geht baden.
aber der mit Hut hat es gestern spielend nach Konstanz geschafft,
dem Schiff namens Thurgau folgend. Nur nachher, als er hat schnell noch
dem Arenenberg folgen wollen, passierte es: Wasser hat ihn
verraten, veschluckt und er tauchte, wobei sein Hut natürlich auch.
Der Hut kam nicht mehr zurück, vielleicht schmückt er
jetzt den Kopf eines hiesigen Wassermannes.
Oder einer Nymphe…
Der Kristus läuft weiter ohne…