Du hast mich hochgehoben
als wär ich etwas,
das man stolz zeigen kann.
Und ich ich hab mich so gefreut.
Wirklich.
Wie'n Kind.
Aber mein Körper
war noch im Zug,
noch im Lärm,
noch irgendwo zwischen
zu vielen Menschen
und zu wenig Ruhe.
Du hast gesagt,
du vermisst mich,
aber es ist irgendwie
nie ganz in mir angekommen.
Und ich bei dir auch nicht.
Ich saß neben dir
auf dieser engen Bank.
Sie hat sich zu klein angefühlt.
Ich wollte aber doch auch bei dir sein,
dich fühlen,
und gleichzeitig herausfinden,
wie viel Nähe
eigentlich richtig ist.
Da waren so viele kleine Dinge.
Ich hab das Geschirr
nicht richtig weggeräumt.
Zu wenig beim Kochen geholfen.
Ich war zu laut,
zu leise,
zu nah,
zu weit weg.
Ich wollte dich mehr berühren
und hatte Angst davor,
dich zu bedrängen,
und gleichzeitig Angst,
nicht nah genug zu sein.
Und plötzlich
stand meine Mutter
wieder mit im Raum.
Die Wahrheit war nie,
dass ich dich nicht mochte.
Ich wusste nur nicht,
wie ich dich lieben soll,
ohne dabei wieder fünf
und schutzlos zu sein.
Ich hab es so satt,
gegen meine Mutter anzuschreien,
die ich seit Jahren
nicht mehr gesehen habe.
Oft denke ich monatelang
nicht an sie.
Und dann ist sie plötzlich
wieder da
und nimmt mir
mich.