So wehrt der Sinne stete Überflutung
sich tapfer gegen die Vermutung
dass redlich zuerst schweigend war
bevor es alles kommen sah
Ameisenglück auf ihren Wegen
Selbst Tierkadaver kamen ganz gelegen
Termitenbiss fällt jedes Haus
und wie zur Zierde hängen Spinnennetze aus
der Lenz wirft Blüten Blätter Gräser Wiesen
die neuen Zweige schimmern selbst wie Fließen
die Flüsse murmeln plötzlich munter
und auch das Abendrot macht Künstlerpause
hat plötzlich Zeit, verweilt wie schlendernd
Man könnt fast glauben alles wäre gut
Bis man bemerkt der Alltag schreckt
in allem was erstrebt, denkt, zettelt, tut
beharrlich stur am innewerden knapp vorbei
und das verrückteste zum Schluss
er denkt sich nichts dabei
wer dennoch gar nicht anders kann
Als ganz erstaunt solch Blindheit anzuzweifeln
Dem rät mit guter Miene
Ein Winkeladvokat der Tradition
Zur Pflichterfüllung Selbstaufwertung Revolution
Die Schönheit sitzt nur still daneben
Blüht, baut Nester, schnüffelt, klettert und gedeiht
Ernährt ganz nebenbei jedwedes Wesen
als wäre es ihr Ernst, ein inneres Bedürfnis
Wie Uhrwerk im Geflecht der Welten
Zur Frucht zu drängen, zum Wasser
Fluss und Werden, selbst dabei spricht
mit keiner Zeile, keinem Wort
Als ob das nur Beschriftung wäre
Der kühne Blick der Selbsterkenntnis
Vom Kampf der Wölfe tief im Innern
Des Menschen Weisheit hilft nur Menschen
Ein Schmetterling hat nicht die Gabe
Er raupt, verpuppt, bricht aus der Made
Die Flügel weiten sich zum Trocknen
Was weiterfliegt ist voller Leben
Was hängen bleibt wird aufgefressen
Pilz Wurm Ameise und Schabe