Inflation

Skizze

von  DanceWith1Life

So wehrt der Sinne stete Überflutung 

sich tapfer gegen die Vermutung

dass redlich zuerst schweigend war

bevor es alles kommen sah


Ameisenglück auf ihren Wegen

Selbst Tierkadaver kamen ganz gelegen

Termitenbiss fällt jedes Haus

und wie zur Zierde hängen Spinnennetze aus

der Lenz wirft Blüten Blätter Gräser Wiesen

die neuen Zweige schimmern selbst wie Fließen 

die Flüsse murmeln plötzlich munter

und auch das Abendrot macht Künstlerpause

hat plötzlich Zeit, verweilt wie schlendernd

Man könnt fast glauben alles wäre gut


Bis man bemerkt der Alltag schreckt

in allem was erstrebt, denkt, zettelt, tut

beharrlich stur am innewerden knapp vorbei

und das verrückteste zum Schluss 

er denkt sich nichts dabei

wer dennoch gar nicht anders kann

Als ganz erstaunt solch Blindheit anzuzweifeln

Dem rät mit guter Miene

Ein Winkeladvokat der Tradition 

Zur Pflichterfüllung Selbstaufwertung Revolution 

Die Schönheit sitzt nur still daneben 

Blüht, baut Nester, schnüffelt, klettert und gedeiht 

Ernährt ganz nebenbei jedwedes Wesen

als wäre es ihr Ernst, ein inneres Bedürfnis

Wie Uhrwerk im Geflecht der Welten

Zur Frucht zu drängen, zum Wasser

Fluss und Werden, selbst dabei spricht

mit keiner Zeile, keinem Wort

Als ob das nur Beschriftung wäre

Der kühne Blick der Selbsterkenntnis 

Vom Kampf der Wölfe tief im Innern 

Des Menschen Weisheit hilft nur Menschen

Ein Schmetterling hat nicht die Gabe

Er raupt, verpuppt, bricht aus der Made

Die Flügel weiten sich zum Trocknen 

Was weiterfliegt ist voller Leben

Was hängen bleibt wird aufgefressen

Pilz Wurm Ameise und Schabe



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