Erotische Gewinne:
Poesie der Sinne?
Herb´st ist herb
und nicht superb.
Der Lack ist ab,
Piephahn schlapp,
Luft wird knapp.
Alles verliert den Duft,
und knapp wird die Luft:
Es ruft schon die Gruft.
Herb'st ist Winterpretation
des Sommers : Winterfrühling,
wenn die Eisblumen blühen.
Denkst du schon,
oder lebst du nur?
Ende Wut, alles Blut,
fort die Glut?
Hurra, hurra,
der Herb'st ist da!
Jugend adé,
Altern tut weh.
Die Greisin grau,
der Greis wird lau,
der Greis wird weiß,
der Greis, der weiß:
Ist alles Sch(w)eiß?
Oma und Opa im Bett,
Oma nett, Opa fett,
dazwischen ein Brett:
Zwischen euch ist nichts,
nichts als pures Nichts.
Die Alten sind aus Falten.
Gesicht ward zu Runzeln,
das Feuer zu Funzeln.
Da geht kein Sturm,
da steht kein Turm,
da wächst kein Wurm.
(Kille, kille, kille:)
Leerer Wille, Meeresstille
mit und ohne Pille.
Es gibt ja noch Gefühle,
doch niemals mehr Gewühle.
Die Liebe hat gewendet,
die Triebe sind beendet,
Leichen sind geschändet.
Alte Triebe sind gestoppt,
nur Freund Hein wird gepoppt.
(Ist zotisch noch erotisch?)
Endlich Schluss mit Genuss
und mit Stuss und Verdruss.
Da stöhnt kein heißes Herz,
da höhnt nur Rheumaschmerz
oder schaler Galgenscherz.
Trieb, sei lieb, schlaf ein,
verlasse Herz, Kopf und Gebein:
Quäle mich nun nimmer,
doch foltre andre immer!