Mein unsichtbarer Freund

Text

von  klaatu

*#*

DIE WIRKLICHKEIT
ist nur ein Splitter
im Auge des Betrachters.

Ich sehe
und berechne:

Summen,
von denen ich
kein Teil sein will.

+*+

Aus dünnen Gedankenfäden
stricke ich mir
hieb- und stichfeste Schutzwesten

und erhalte rege Zustimmung
von der sprechenden Wanddekoration
in meinem Wohnzimmer.

#'#

DIE REALITÄT
ist doch schon lange
kein Maßstab mehr.

Ich kann
meine eigenen Grenzen setzen

- wie Pokerchips -

und ´ne gute alte Mark
in den Automaten schmeißen,
nur um zu sehen,

wie die rostigen Rädchen,
sich endlich mal wieder drehen.

*+*

Ich lasse mich
vom Pferd
vor die Kutsche spannen

und bestaune

die glänzenden Fassaden
ohne Laden dahinter.

Betrachte verträumt,
wie alles Wesentliche
weiter verwischt wird,

von immer wieder
frisch aufgetischten Nichtigkeiten,

aus denen sich dann
nach und nach
so etwas wie

DIE ZUKUNFT formt.

~*~

Ich greife in die Luft

und

halte

die ganze Welt
in meinen Händen.

Fantasiere mich selbst herbei
wie einen unsichtbaren Freund.

*~*

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Kommentare zu diesem Text


 Wastl (30.05.26, 15:35)
Genau! So gehört sich das! Besonders bei anständigen und gutherzigen Zeitgenossen.

LG

Wastl von Daschauher
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