Vom Berggipfel blickt man über das ganze Land, defacto gerade so bis zum Starnberger See, aber egal, das GEFÜHL (und das ist ja jetzt das Wesentliche) suggeriert mir einen Blick über blühende Landschaften und malerische Städte (ohne Konsumräume und Messerverbotszonen) bis hin zu den Seehundbänken und Windparks der Nordsee.
Wenn der Berg auf einer Insel wäre und diese wie bei "Herr der Fliegen" mit überlebenden Jugendlichen einer Flugzeug- oder sonstigen Katastrophe bevölkert, wären heutzutage die Piggys in der Mehrzahl und Jack ein einsamer Saboteur am Galgen geworden. Ralph hätte heute wie damals kein Gehör gefunden, ihm wäre in Piggy's System nur der Waldgang geblieben. Was schade ist, denn er hätte den Gang ins Totalitäre aufhalten können.
Doch auch Piggys Zeit geht dem Ende zu, das Dorf am Fuße des Berges erscheint wie ein letztes Zeugnis, das Zivilisation möglich ist...sauber, keine Graffiti, nicht einmal Aufkleber an den Laternenpfählen. Gleichzeitig tolerant und rücksichtsvoll aber leider auch voller Angst und daher zwangsläufig in die Autorität kippend. Der Schritt von Jack zu Piggy war gut und richtig aber man kann nicht ewig Piggy bleiben.
Hier am Berg ordnen sich die menschlichen Systeme als das ein, was sie größtenteils tatsächlich sind: fatale, aber kurze und letztendlich unbedeutende Irrwege auf einem langem Weg zur Erkenntnis. Die Luft ist klar und die Freiheit stirbt nie und im Vergleich zu den anderen Bergsteigern bin ich im T-Shirt des KKH-Laufs und der Shorts von Lidl absolut underdressed.
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