Klarnamen sind m. E. kein Indiz für Authentizität in Gedanken, Worten und Werken. Auch die Unterschrift mit Klarnamen unter einem primär mit Pseudonamen erstellten Text, Bild oder Gedicht, bestätigt nicht die sprach- und wörtliche Echtheit desselben.
Erst eine aufmerksame Verlaufsbeobachtung individuell kreierter Sprachbilder und die im Zuge dessen erworbene Fähigkeit, auch zwischen Zeilen lesen zu können, kann m. E. Aufschluss geben über eine selbst- oder fremdbestimmte schöpferische Persönlichkeit.
Der gewissenhafte Vergleich individueller Werke aus deren kreativ-künstlerischen Vergangenheitsphasen, mit Werken aktuelleren Ursprungs, denen plötzlicherweise offensichtlich ein künstlicher Touch immanent ist, kann ebenfalls hilfreich sein, sich von dieser Art Pseudo-Echtheit den Blick auf das Wesentliche - die Authentizität - nicht verstellen zu lassen.
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