Abgefuckt in Absurdistan

Text

von  klaatu

1.

Ein Baby schreit
im Mutterleib

- nach narrativer Narrenfreiheit.

Gestützte Weltbilder
brechen auf offener Bühne
zusammen,

nur um sich
ekstatisch zuckend
wieder zu erheben

als wären sie
James Fucking Brown.

Zwei.

Beweise lügen
wie gedruckt,

auf Knopfdruck
ausgespuckt.

Grenzen
verschieben sich,

bis sie bedrohlich
von allen Seiten
auf dich zukommen.

Kaputte Schallplatten singen
Worte,
die keiner mehr hören will

und roten Ampeln
wird einfach
nicht mehr geglaubt.

Körper und Geist tragen
verschiedene
Postleitzahlen.

III.

Aus süßer Satire
wurde bitterer Ernst.

Witze wurden
zu wahnsinnigen Wahrheiten verklärt,

zu Possen zerreißender,
satanischer Standup-Comedy.

Und seitdem sie bei
den Comedysendungen
kein Lachband mehr benutzen,

weißt du gar nicht mehr,
wann du überhaupt noch
lachen darfst.

Aber alles kein Problem
- wir schaffen das!

Du musst einfach nur weiterlesen,
es wird absolut großartig!

Alles wird sich
in Wohlgefallen auflösen!

Versprochen.


FOUR.

Im offenen Dialog
mit dir selbst,

benutzt du nur noch
traurige Emojis,

da dir nicht nur die Worte,
sondern auch die Gedanken dahinter
fehlen.

Es ist doch auch egal,
woran du glaubst,

wenn das Gegenteil
ebenso gut wahr sein könnte.


0101.


Der Horror
ist kosmisch.

Endloser Schlachtenlärm
dient als beruhigendes
Hintergrundrauschen

und der ständige Druck
hält zusammen,

was auseinanderfliegen möchte.

Du betrachtest
den eigenen Schatten
an der Wand

wie ein Gespenst

- und erschauderst.


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