Die Teppichwissenschaft entstand aus der uralten Frage, warum manche Teppiche fliegen und andere nur Staub sammeln. Schon früh spalteten sich die Gelehrten in unzählige Schulen.
Die Monoteppichisten behaupteten, jeder fliegende Teppich besitze eine unteilbare Teppichseele. Die Polyteppichisten hielten dagegen, dass hundert gewöhnliche Teppiche zusammengenäht einen Hyperteppich bilden könnten. Die Fadenmechaniker berechneten die Zugkraft jedes Knotens, während die Fransenphilosophen lehrten, nicht die Knoten, sondern die Fransen trügen die Welt. Eine besonders einflussreiche Schule waren die Teppichodynamiker. Sie entwickelten Formeln für die Wuschelgravitation, den Fransenauftrieb und die Orientokinetik. Ihre Gegner, die Sandempiristen, erklärten sämtliche Theorien für Unsinn und bestanden darauf, jeden Teppich zunächst über einer Düne zu testen.
Berühmt wurde der Streit um den Großsupermegateppich. Die Monoteppichisten nannten ihn eine Gotteslästerung. Die Polyteppichisten feierten ihn als höchste Entwicklungsstufe der Teppichevolution. Die Knotenlogiker erklärten, ein zusammengenähter Teppich sei lediglich eine Ansammlung von Unterteppichen. Die Metaphernmechaniker widersprachen: 'Sobald ein Teppich groß genug ist, verändert er nicht die Welt, sondern die Vorstellung von der Welt.'
So entstanden Akademien, Gegengesellschaften und Kongresse. Der Erste Internationale Teppichkongress endete mit einem heftigen Fransenstreit, nachdem ein Professor bewiesen haben wollte, dass die Flugfähigkeit ausschließlich von der Knotenpoesie abhänge. Seitdem gilt unter Teppichwissenschaftlern ein alter Lehrsatz: 'Eine Theorie ist erst dann ausgereift, wenn mindestens sieben Akademien sie gleichzeitig widerlegen.'
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