Die Witwe

Gedicht

von  Redux

Er starb im Sommer, als in den warmen Nächten
die Glut der Tage aus der Erde kroch.
Sein Gang ins Anderswo, zu unbekannten Mächten,
war Erlösung. Und war erschütternd doch.

Jetzt ist es Herbst. Die Witwe lehnt
vor einer kleinen Leselampe, hält ein Buch,
und draußen klatscht der Regen, lang ersehnt,
an Tür und Fenster, legt sich wie ein Tuch

auf Garten und auf`s Haus, das mittlerweile
so seltsam still ist wie ein leiser Traum. 
Sie sind noch eins, wenn auch zwei Teile
in zwei Welten, so doch noch in einem Raum.

 



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (29.08.26, 07:54)
Untröstlich in der Wirkung - und tröstlich zugleich.

Ganz wunderbar gelungen, finde ich! <3

 Janna (29.08.26, 08:58)
Ein sehr, sehr gelungenes Gedicht!

Liebe Grüße

Janna

 Drita (29.08.26, 09:35)
Ein stilles, tief berührendes Gedicht. Der Tod wird hier nicht als Ende, sondern als leise Verwandlung der Nähe spürbar. Besonders stark: „Sie sind noch eins, wenn auch zwei Teile.“

 EkkehartMittelberg (29.08.26, 12:11)
Berührend, Herbert,

der Raum der Seele hat für zwei Welten Platz.

LG
Ekki

 Moppel (29.08.26, 19:48)
danke Redux für dieses Gedicht. lG von M.

 Aber (29.08.26, 21:28)
Das Gedicht erinnert mich eher an ein Brathähnchen, Herbert.

 Janna meinte dazu am 29.08.26 um 21:43:
Bekanntlich sehen wir das am ehesten, was in uns wohnt. Dann bist du sicher selbst ein Hahn.

 Aber antwortete darauf am 29.08.26 um 21:46:
Bin ich mitunter auch, meine Liebe.
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