Bonanza

Prosagedicht

von  Redux

Im Bonanza-Zeitalter war alles sauber und gut.
Es war eine goldene Epoche.
Ein großes Zeitalter.
Die Cowboys stanken nicht nach Schweiß.
Oder Rindermist.
Oder Schnaps.
Sie ritten nicht als ultrageile Indianerinnenvergewaltiger
durch die Sierra Madre.
Es gab, Herrgott, einfach keine sturzbetrunkenen Cowboys,
die in einer Lache aus erbrochenen Speck, Bohnen und Whisky
hinter irgendwelchen Kakteen lagen.
Sie waren gepflegt.
Und edel.
Sie wurden von den Schurken nie getroffen.
Sie waren sozusagen unverwundbar.
Nur Streifschüsse trafen sie.
Und darüber lachten sie.
Sie ritten auch sonntags zur Kirche
und beteten selbst für die Indianer.
Mit der letzten Patrone im Lauf
konnten sie den übelsten Banditen erlegen,
die diesen zeitgleich mit dem hinter ihm stehenden
zweitübelsten Banditen durchschlug.
Anschließend saßen sie am Lagerfeuer
und tranken heißen Kaffee aus Blechtassen
und besprachen den Sonnenuntergang
und Ben Cartwright versicherte Little Joe
wie stolz er auf seinen Filius sei.

Nach Bonanza traten wir aus dem Haus,
gingen in den nahen Wald
und unser Herz war voller Bonanza,
während wir in die untergehende Sonne blickten.



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