Höhen und Tiefen

Lyrischer Prosatext

von  autoralexanderschwarz


Irgendwo über den Gebirgen

muss uns schließlich auch

der letzte Treibstoff

ausgegangen sein

und im Gleitflug

verlieren wir

(merklich)

an Geschwindigkeit.


Mühsam nur

halten wir uns noch knapp

über der Wolkendecke

und manchem von uns

sind über Nacht

schon graue Strähnen gewachsen.


Im Chor probten wir einst den Aufstand,

nun beginnen wir uns bereits zu vereinzeln.

Im Geheimen sucht sich längst jeder selbst

seine eigenen retardierenden Momente.


Manche durchwühlen bereits seit Stunden

ihr Handgepäck.


Andere starren nur

– wie betäubt –

durch die Sonnenluken.


Auch wenn wir jeden noch so kleinen Aufwind nutzen,

um zumindest kurzzeitig

noch einmal

ein wenig

an Höhe zu gewinnen,

wissen wir ja, dass wir das Unvermeidliche nur hinauszögern,

den Aufprall denken wir selbst in unseren Träumen bereits mit,

und suchen die Hoffnung nicht mehr in den Wolken

sondern in den verstreuten Trümmern.


Vielleicht

geschieht

ja doch

noch

ein

Wunder.


Vielleicht überlebt irgendwie ja zumindest einer

unserer wichtigsten Gedanken.




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