Chitin

Lyrischer Prosatext

von  autoralexanderschwarz

Mit Blick auf die Welt wissen wir eigentlich nicht viel Neues zu berichten.

Alles ist auf vorhersehbare Art schlimmer geworden,

so dass längerfristig

niemand mehr

irgendwo

sicher ist:

Alles radikalisiert sich

auf den eingeschlagenen Pfaden.

Die Einschläge kommen näher

und ohne es zu bemerken

sind wir dabei an manchen Stellen

dann doch dünnhäutiger geworden.

Die Adern schimmern schon durch die Haut

und gelegentlich erschrecken wir uns noch so heftig,

dass wir uns langsam echte Sorgen

um unser Herz-Kreislauf-System machen.

Manchmal spüren wir

einen stechenden Schmerz;

dann betäuben wir uns mit unseren Routinen.

Ansonsten gewöhnen wir uns recht erfolgreich

an das Mikroplastik, die Werbeunterbrechungen

und das Leid der Anderen.

Sollen die doch sterben, wenn wir leben.

Stattdessen sorgen wir uns um den Buckelwal „Timmy“,

den manche inzwischen auch „Hope“ nennen.



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