Die Nacht ist kühl und voller Geräusche, in den Büschen regt sich ab und zu etwas - was es ist, weiß ich nicht und doch ziehe ich unwillkürlich die Beine hoch. Es fühlt sich irgendwie sicherer an. Ich sitze mit angezogenen Beinen auf dem Stuhl und halte die Knie umklammert, darauf bedacht, den Boden nicht zu berühren. Wind kommt auf und mir ist ein bisschen kalt. Die Tage sind heiß, trotz der Meeresnähe, die immer wieder für eine frische Brise sorgt. Dafür sind die Nächte kühl und windig - meistens. Ich bin durstig - ein bisschen Wasser wäre jetzt schön. Aber dazu müsste ich wohl den schützenden Stuhl verlassen, den buckeligen Steinweg im schwachen Licht der einzigen Glühbirne zum Haus zurückgehen. Ich lecke mir die Lippen und unterdrücke den Gedanken an das Glas Wasser. Eine der Katzen drängt auf meinen Schoß. Ich versuche, ihr Platz zu machen, ohne die Füße auf den Boden zu stellen. Ihr Fell ist nicht weich, eher ein bisschen struppig, an manchen Stellen kurz, fast borstig und ein wenig verklebt. Sie hat Flöhe - wie die meisten Katzen hier, und vermutlich die Hunde auch. Aber es ist nicht weiter schlimm. Es gibt hier reichlich Katzen und Hunde, viele von ihnen streunen umher auf der Suche nach Futter oder vielleicht auch nach einem schützenden Platz, um sich vor der Mittagssonne oder auch vor der Abendkühle zu verkriechen. Die Flöhe sind immer ganz gut genährt, schätze ich und stelle mir im Geiste einen kleinen fettgefressenen Floh vor, dem es schwer fällt zu springen. Ich muss unwillkürlich ein wenig lächeln bei diesem Bild. Die Katze schaut mich an. Eines ihrer Augen ist ein wenig verklebt. "Na komm", sage ich, "leg dich hin". Sie lässt sich streicheln. Ein bisschen spüre ich ihre Distanz zu Anfang, eine Zurückhaltung fast als wäre sie sprungbereit, im Fall des Falles zu fliehen. Aber dann schnurrt sie doch leise. Zögerlich lässt sie sich nieder und kuschelt sich an mich. Ihre Gesellschaft tut gut hier draußen. Die Nacht scheint weniger dunkel, die Geräusche weniger unheimlich und ich weniger allein.
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