Wenn du willst, schaffst du alles

Text

von  Verlo

Wie oft hat man diese Weisheit schon gehört.

Andere wollten einen damit motivieren, etwas zu tun, was man nicht will.

Man braucht sich doch nur etwas mehr Mühe zu geben, dann klappt es.


Meine Mutter ist verzweifelt, weil meine Handschrift so schlecht ist. Sie hat eine sehr schöne Handschrift und kann nicht verstehen, warum ihr Sohn so schmiert.

Also haben wir geübt. Die Schul-Hefte immer wieder neu beschrieben.

Eine gute Handschrift bekam ich erst, als ich mit Schreibmaschine schrieb.

Eigentlich hätte ihr als Lehrerin klar sein müssen, daß jeder, der mit der falschen Hand schreibt, keine gute Handschrift hat. Erst recht nicht, wenn ein extremer Linkshänder mit der rechten Hand schreibt.

Von den Auswirkungen auf Hirn und Seele kann sich niemand eine Vorstellung machen, der immer mit der richtigen Hand geschrieben hat.


Bei der Armee schaffte ich den Mindestwert beim Handgratenweitwurf nicht. 

Also ging ich zur Wurfanlage. An einem schrägen Drahtseil war eine Wurfhandgranate befestigt. Man warf sie. Sie rutschte das Seil nach oben. Und rutschte wieder runter.

Ist sie oben an in einer Metallschale angeschlagen, hat man ausreichend weit geworfen. Je lauter, desto weiter.

Meist hat meine Handgrate nicht oben angeschlagen. Falls doch einmal, dann leise.

Bei den besten Werfern schrie die Metallschale so laut, daß man sie in Berlin gehört hat.

Viele, viele Monate habe ich geübt. 

Ich bin nie ein guter Werfer geworden.


Mehrmals habe ich versucht, kein Alkohol mehr zu trinken, nachdem ich vom fröhlichen Trinken schlechte Laune bekommen habe.

Ich konnte mir so viel Mühe gegen, wie ich es konnte, aber der Alkohol war immer stärker.

Erst als ich verstanden habe, warum ich trinke und mir gab, was der Alkohol mir geben sollte, war ich stärker.

Nein, das stimmt nicht. Auch über dreißig Jahren nach dem letzten Alkohol ist er stärker als ich.


Die gute Nachricht: es gibt immer eine Ausnahme.

Jeder kann Millionär werden!




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Kommentare zu diesem Text


 EVdR (20.09.26, 12:21)
Als Anregung zur Reflektion funktioniert der Textes ist.

Weil, vieles davon kenne ich selbst. Der Unterschied liegt oft nicht darin, was man kann, sondern, darin was andere wollen, erwarten oder einreden.

Beim Alkohol ist es ähnlich: 
Sprüche gibt es genug —  
„reiß dich zusammen“, 

„du musst nur wollen“,
ein Schlüssel?

Die Verführer,
„einer geht doch“ 

Für manche:
 totale Abstinenz, 
für andere kontrolliertes Trinken, 
für wieder andere Koma.

Der Text zeigt gut, wie weit Wunsch, 
Erwartung und Realität 
auseinanderliegen.


Sich treu bleiben
geht nur,
wenn man 
sich kennt

(Talente?)

Der Mensch …

Kommentar geändert am 20.09.2026 um 12:23 Uhr
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