Texte, die ich nicht schreiben wollte

Text

von  Verlo

Es ist nicht nur mein Text "Jeg er pensjonist", es sind auch andere: ich beginne einen Text, und während ich schreibe, schreibe ich nicht das, was ich schreiben wollte, sondern etwas anderes.

Oder plötzlich habe ich druckreife Gedanken, obwohl ich mir nicht bewußt ist, daß ich mich mit ihnen beschäftigt habe.

Es ist, als würde jemand im Hintergrund etwas denken und es vor mir verbergen, bis er mich beauftragt, es zu schreiben.

Wobei beauftragen so nicht stimmt: er blockiert meine Worte und schickt dafür seine in die Welt.

Das ist unheimlich.

Ich könnte es unterdrücken oder an einem Ort veröffentlichen, an dem es nicht öffentlich wird, aber ich fühle, er würde mich dafür bestrafen, würde mein schönes Leben zerstören, unwiederbringlich.

Er – ich habe (noch) keinen Namen für ihn.

Ist er jemand, der für mich kämpfte, nun aber arbeitslos ist und für wen auch immer kämpft.

Wie ein ehemaliger Soldat, der nichts anderes gelernt hat, nichts anderes kann, und jetzt im Zivilen seinen Lebensunterhalt mit dem verdient, was ihm im Krieg ausgezeichnet hat.

Sei froh, Verlo, daß ich nicht für die Bösen arbeite.

Na ja, ich wäre froh, wenn du einfach in Rente gehst und dein Leben genießt.

... – Er schweigt. Er scheint zu überlegen. Er glaubte, wer würde gefeiert. 


Minuten später: er hat sich nicht noch einmal gemeldet.

Es scheint, als hat er sich in Luft aufgelöst.

Hat er aber nicht. Er ist noch da, aber versteckt sich.

Hat ihn schwer getroffen, zu erfahren, daß er nicht erwünscht ist. Daß ich ihm sage, daß er nicht erwünscht ist.

Er war überzeugt, etwas Gutes für mich zu tun.


Der Krieg ist vorbei, mein Lieber.

Ich suche etwas, was du tun kannst, wenn du dich langweilst, ohne uns in unangenehme Situationen zu bringen.



Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren
Zur Zeit online: