Dornenvögel

Alltagsgedicht zum Thema Alles und Nichts...

von  Moppel


 

So lapidar

kratzt Wort an dem Papier.

Als wollt es fort.

Und Dornenvögel kreisen

leise über ihr.

 

Die Flut

schlägt an den Strand,

reicht eine Brückenhand

aus Torf,

dort hinterm Dorf.

 

Die Brücke

übers Meer –

schilf-verhangen.

Gefangen auf Papier

kratzt jedes Wort

 

den stummen Schrei

nach einer Wende

allen Leids.

Die alte Frau, sie steht

im Garten ihrer Kate.

 

Wartet.

Sie geht,

als Halbmond Silber speit.

Und auf den Wogen treibt

ein Blatt Papier

 

in neue Zeit.



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (30.09.26, 13:53)
Hallo Moni,
du kannst Satire und du kannst Gefühlsintensität. Das können nur Wenige.

LG
Ekki

 Moppel meinte dazu am 30.09.26 um 18:27:
ja, Ekki und beides macht mir Spaß. Danke und lG von M.

 Orca antwortete darauf am 05.10.26 um 11:33:
Moin Moppel,
Das Reimschema gefällt mir.
Es grüßt 
Orca

 Moppel schrieb daraufhin am 05.10.26 um 12:56:
danke Orca, ergab sich so--- ;)lG von M.

 S4SCH4 (30.09.26, 13:59)
Hallo Moppel,
 
Eine Frau wird von Schriften und Natur heimgesucht oder besucht, bekommt derart Weckrufe vom Meer, fühlt sich gefangen oder nicht hinreichend gefordert, schreibt viele Sehnsuchtsmomente auf, und schließlich:
Ein Blick über die Schulter aufs Haus … vergangen das traute Heim … auf für sie in eine neue Zeit …
 
Das „Blatt Papier“ hinterlässt mir zum Schluss einen besonderen Gedanken:
„Wer mag wohl ihre Geschichte im Folgenden wohl schreiben? Das lyrIch hatte es bisher ja (auch) getan … Vielleicht auch ein loslassen? Vielleicht ein Selbstüberlassen? Vielleicht ein Vertrauen darauf, dass es irgendwie schon weitergeht …
 
Stimmige kleine Geschichte mit schönen Einfällen. Gefällt.
 
LG Sascha

 Moppel äußerte darauf am 30.09.26 um 18:29:
danke , Sascha, für deine fantasiereiche Interpretation.
Ja, wer schreibt es im Folgenden auf? Vielleicht ihr Enkel?
Danke dir und lG von M.

 AchterZwerg (30.09.26, 17:37)
Genau:
Was bleibt ist das Wort - und sei es auch nur in der Nationalbibliothek!  8-)

 TassoTuwas ergänzte dazu am 30.09.26 um 21:34:
Hallo Moppel,

"Die Neue Zeit" war immer schönes Versprechen
wer dem nachlief bekam am Ende Seitenstechen

LG TT

 Moppel meinte dazu am 01.10.26 um 10:44:
vielen Dank, 8 er und Tasso. 
Die neue Zeit trägt immer die Spuren der alten...
lG vin M.

 Vaga (01.10.26, 00:00)
Liebe M., wieder ein mich sehr berührendes Gedicht von dir. 
Es liest sich für mich wie eine Flaschenpost, die die Sehnsuchtsworte der Frau auf das offene Meer hinausträgt. Sie schreibt und nutzt das Schreiben als Ventil, um das Unfassbare in Worte zu fassen. Und jede Strophe wird zum Bild mit unheimlicher Tiefe (im doppelten Sinne). Dass die Frau am Ende geht, wenn der Halbmond Silber speit (großartig ausgedrückt!!), und das Papier auf den Wogen in eine neue Zeit treibt, gibt diesem schweren Schmerz einen meines Erachtens doch zutiefst tröstlichen Funken. Es fühlt sich an wie der Wunsch nach einem endgültigen Frieden - nach einem Ort oder Zustand, an dem alle Last abfällt und der Schmerz der Trennung für immer aufgehoben ist.
Herzliche Grüße - Vaga

 Moppel meinte dazu am 01.10.26 um 10:44:
das hast du sehr gut nachempfunden, Vaga. Danke für deinen intensiven Kommentar
lG vn M.

 AnneSeltmann (01.10.26, 06:26)
Guten Morgen liebe Moppel!

Ein sehr berührendes Gedicht. Die Bilder sind leise, melancholisch und zugleich voller Sehnsucht nach Veränderung. Besonders das letzte Bild des Blattes, das „in neue Zeit“ treibt, bleibt bei mir hängen – wie ein stiller Hoffnungsschimmer nach all dem Warten.

Liebe Grüße

Anne

 Moppel meinte dazu am 01.10.26 um 14:02:
tja, liebe Anne, wer weiß, wo es landet. LG und danke dir vin M.

 Moppel meinte dazu am 01.10.26 um 18:24:
vielen Dank für eure Empfehlungen. lG vn M.

 sorrynocoffee (02.10.26, 07:15)
Sie darf noch nicht gehen. Tante Käthe wird gebraucht. Sie besitzt eine alte Kaffeemühle, backt den besten Apfelkuchen in der Region ALDI Nord und kratzt jedem den Rücken, der sie höflich darum bittet.
 
Grüßle und schönes Wochenende,
sonoco

 Moppel meinte dazu am 02.10.26 um 13:28:
:)danke schön, sonoco. Kannst  mir mal die Adresse von Tante Käthe geben? lG vn M.

Antwort geändert am 02.10.2026 um 13:29 Uhr

 sorrynocoffee meinte dazu am 02.10.26 um 14:22:
Sehr gerne.  :) Hier ist sie:
 
Deutscher Fußball-Bund e.V.
Herr Rudolf Völler (Sportdirektor)
Kennedyallee 274
60528 Frankfurt am Main
 
PS: Ich glaube, es war Thomas Berthold, der ihm den Spitznamen "Tante Käthe" gab.

 Moppel meinte dazu am 02.10.26 um 19:48:
:Djaaa, unser Rudi Völler, es gibt nur einen.... aber dass der Apfelkuchen backt... ;)
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