Dornenvögel

Alltagsgedicht zum Thema Alles und Nichts...

von  Moppel


 

So lapidar

kratzt Wort an dem Papier.

Als wollt es fort.

Und Dornenvögel kreisen

leise über ihr.

 

Die Flut

schlägt an den Strand,

reicht eine Brückenhand

aus Torf,

dort hinterm Dorf.

 

Die Brücke

übers Meer –

schilf-verhangen.

Gefangen auf Papier

kratzt jedes Wort

 

den stummen Schrei

nach einer Wende

allen Leids.

Die alte Frau, sie steht

im Garten ihrer Kate.

 

Wartet.

Sie geht,

als Halbmond Silber speit.

Und auf den Wogen treibt

ein Blatt Papier

 

in neue Zeit.



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (30.09.26, 13:53)
Hallo Moni,
du kannst Satire und du kannst Gefühlsintensität. Das können nur Wenige.

LG
Ekki

 S4SCH4 (30.09.26, 13:59)
Hallo Moppel,
 
Eine Frau wird von Schriften und Natur heimgesucht oder besucht, bekommt derart Weckrufe vom Meer, fühlt sich gefangen oder nicht hinreichend gefordert, schreibt viele Sehnsuchtsmomente auf, und schließlich:
Ein Blick über die Schulter aufs Haus … vergangen das traute Heim … auf für sie in eine neue Zeit …
 
Das „Blatt Papier“ hinterlässt mir zum Schluss einen besonderen Gedanken:
„Wer mag wohl ihre Geschichte im Folgenden wohl schreiben? Das lyrIch hatte es bisher ja (auch) getan … Vielleicht auch ein loslassen? Vielleicht ein Selbstüberlassen? Vielleicht ein Vertrauen darauf, dass es irgendwie schon weitergeht …
 
Stimmige kleine Geschichte mit schönen Einfällen. Gefällt.
 
LG Sascha
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