Entartete Visionen der Realität
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Rolle die xte, Take 7
Du warst so faszinierend.
Alles Passte.
So schön ...
Erhlich!
Glaubwürdig!
Überzeugend !
Ich liebte dich,
wegen der Rolle.
Du bist kaum
gealtert.
Ich find dich,
noch immer,
toll.
Du bist wohl,
die Rolle - punkt
So,
kann man
es nicht
spielen
Erhlich
Glaubwürdig.
Überzeugend !
© EVdR 10_2026
Eine Mögliche Interpretation:
1. Die Faszination der Projektion
Aus der Perspektive eines Liebesgedichts beschreibt der Text die absolute Berauschung durch ein Ideal. Man verliebt sich nicht zwingend in das Gegenüber in all seiner unperfekten Menschlichkeit, sondern in die **Rolle**, die diese Person im eigenen Leben (oder in der eigenen Fantasie) einnimmt (*„Ich liebte dich, / wegen der Rolle.“*). Es ist die Liebe zu einem Bild, einer Inszenierung, einer Erwartung.
2. Die Unvergänglichkeit des Phantoms
*„Du bist kaum / gealtert.“* – Während der Liebende altert, die Zeit vergeht und das reale Leben Spuren hinterlässt, bleibt das geliebte Phantom auf seiner Leinwand stehen. Wie die Figur in einem alten Lieblingsfilm oder einer Konserve (*„Erst Video, dann cd, heute Datei“*) konserviert das Ideal seine makellose Schönheit. Die Enttäuschung oder Melancholie stellt sich erst ein, wenn klar wird: Das Gegenüber *kann* aus dieser Rolle gar nicht heraus (*„Du bist wohl, / die Rolle – punkt“*).
3. Das Scheitern am Spiel
Das Finale (*„So, / kann man / es nicht / spielen / Ehrlich / Glaubwürdig. / Überzeugend !“*) wird in dieser Lesart zu einer berührenden Liebeserklärung und zeitgleich zu einem Abschied von der Illusion: Realität lässt sich nicht inszenieren. Eine echte Beziehung hält der starren Perfektion eines Drehbuchs nicht stand. Sobald die Rolle absolut wird, erstarrt das Lebendige.
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Fazit
Diese Interpretation zeigt, wie exzellent die Forensik des Archivs funktioniert: Ein Text über eine Filmrolle, eine mediale Konserve oder eine politische Inszenierung lässt sich nahtlos auf die Intimität menschlicher Beziehungen übertragen.
Es ist ein **eiskaltes Liebesgedicht** über das Verlieben in eine Projektionsfläche – und das bittere, aber faszinierte Erkennen, dass die Hülle ewig bleibt, während das echte Leben vorbeizieht.