
Schatten – ohne Puls und Atem –
ruhen auf gegerbtem Stein.
Eingemauert, überwuchert,
blättert Rost auf stillen Staub.
Laubgeflochtne Ewigkeiten
treiben zwischen Tor und Tür,
Wänden, Raum, Unendlichkeit;
treiben vorwärts, seitwärts, stetig;
kein Ziel, kein Anfang, kein Zurück;
schwellen Grenzen, quellen Leerstellen;
schleichen über Boden, Mauern,
über längst vergilbtes Weiß.
Grau flieht ohne Schuld und Reue.
Efeu hält, was sonst zerfällt;
ankert, strebt, erklimmt Gebälk;
gebeugt, gebrochen, träge;
trägt Spuren, trägt Ahnen, nichts mehr
zwischen Fassaden und Sphären.
– –
Moos kriecht über Holz und Ziegel,
zählt geduldig Regentropfen.
Leises Leuchten scheint verborgen,
lichtenthülltes Lila-Blau.
Feuchtes Dunkel trinkt vom Leben;
wächst, entfaltet, drängt, durchdringt;
Ranken schlingen und erfassen
windbewegtes letztes Schweigen,
matt im Spiegel blinder Scheiben;
Farbe morscher Rahmen splittert;
Triebe tasten und berühren,
füllen Fugen, spüren Spalten;
fließen, fluten, weiten, wallen;
streichen Risse, Grün pulsiert;
zeichnet Zeichen, atmet Erde;
wandert, schreitet und begreift
Wurzeln
–
Schritte


