KLICKS UND CLIQUEN
Synthesen + Analysen in der Matrix
Eine Kolumne von Bergmann
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Ungegangene Wege
889. Kolumne
Am nächsten liegt wohl der Rückblick - früh im Leben, mitten im Leben oder am Ende des Lebens.
Wenn man jung ist, dann ist man viele Wege NOCH nicht gegangen, wenn man älter ist, fragt man sich: Warum bin ich nicht diesen oder jenen Weg gegangen?
Ungegangene Wege sind auch solche, die man wahrscheinlich nicht hätte gehen wollen ... oder können. Da öffnet sich der Horizont zwischen Bedauern, Erleichterung, Sehnsucht ...
Vielleicht ist ja ein noch ungegangener Weg doch noch möglich (Fragen zwischen noch und noch) ... es gibt Wege noch und noch.
Zum Beispiel?
Eine andere Frau, ein anderer Mann ... Vaterschaft, Mutterschaft ... ein anderer Beruf ... andere Eltern (Fiktion) ... andere Freunde ... Auslandsaufenthalt ... Auswandern ... Künstlertum ... Schriftstellerexistenz ...
Wir sehen: Es geht um die vielen Lebensweichen, die möglichen und unmöglichen Verästelungen, die unendlich vielen Kausalketten, die wir verpassten, umgingen, ersehnten, wollten, aber nicht konnten, nicht durften, die wir planten und nicht realisierten, oder wieder abbrachen (da bleibt ja auch ein ungegangenes Wegstück) ...
Das Denken darüber macht uns unser bisheriges Leben, unsere Situation bewusster - und im Vergleich findet man Frieden mit sich selbst oder auch nicht. Das große Gewicht der Möglichkeiten wird uns klar: Hätte oder habe ich die geistigen Fähigkeiten für z. B. eine Existenz als Unternehmer, als Politiker, als Mediziner, Lehrer, usw. War oder ist die wirtschaftliche, politische, historische Situation geeignet? Bin ich physisch geeignet? Reicht es finanziell? Ein Meer von Voraussetzungen, Bedingungen ...
Ein Meer von Erzählungen, dramatischen Szenen, Gedichten, Tagebuchseiten, Briefen, Essays!
Das fingert sich fast von selbst in die Tabulatur.
P.S.: Rein sprachlich betrachtet: ungegangen = nicht gegangen ~ nicht geklappt (also versucht)