KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Montag, 10. August 2026, 22:31
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Ungegangene Wege

889. Kolumne


 
Am nächsten liegt wohl der Rückblick - früh im Leben, mitten im Leben oder am Ende des Lebens. 
Wenn man jung ist, dann ist man viele Wege NOCH nicht gegangen, wenn man älter ist, fragt man sich: Warum bin ich nicht diesen oder jenen Weg gegangen?
Ungegangene Wege sind auch solche, die man wahrscheinlich nicht hätte gehen wollen ... oder können. Da öffnet sich der Horizont zwischen Bedauern, Erleichterung, Sehnsucht ...
Vielleicht ist ja ein noch ungegangener Weg doch noch möglich (Fragen zwischen noch und noch) ... es gibt Wege noch und noch. 
Zum Beispiel?
Eine andere Frau, ein anderer Mann ... Vaterschaft, Mutterschaft ... ein anderer Beruf ... andere Eltern (Fiktion) ... andere Freunde ... Auslandsaufenthalt ... Auswandern ... Künstlertum ... Schriftstellerexistenz ...
Wir sehen: Es geht um die vielen Lebensweichen, die möglichen und unmöglichen Verästelungen, die unendlich vielen Kausalketten, die wir verpassten, umgingen, ersehnten, wollten, aber nicht konnten, nicht durften, die wir planten und nicht realisierten, oder wieder abbrachen (da bleibt ja auch ein ungegangenes Wegstück) ...
Das Denken darüber macht uns unser bisheriges Leben, unsere Situation bewusster - und im Vergleich findet man Frieden mit sich selbst oder auch nicht. Das große Gewicht der Möglichkeiten wird uns klar: Hätte oder habe ich die geistigen Fähigkeiten für z. B. eine Existenz als Unternehmer, als Politiker, als Mediziner, Lehrer, usw. War oder ist die wirtschaftliche, politische, historische Situation geeignet? Bin ich physisch geeignet? Reicht es finanziell? Ein Meer von Voraussetzungen, Bedingungen ... 
Ein Meer von Erzählungen, dramatischen Szenen, Gedichten, Tagebuchseiten, Briefen, Essays!
Das fingert sich fast von selbst in die Tabulatur. 
 
P.S.: Rein sprachlich betrachtet: ungegangen = nicht gegangen ~ nicht geklappt (also versucht)

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Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Vaga (14.08.26, 11:51)
Meine Gedanken dazu: Ungegangene Wege geben uns im Nachhineindenken Anlass zur Spekulation. Sowohl durch unsere ungegangenen, aber auch unsere gegangenen Wege nehmen/nahmen wir zeit-/teilweise auch Einfluss auf die Wege anderer, und umgekehrt unterlagen auch wir diesem Einfluss. 
'Bei Lichte - und mit der Lupe - betrachtet', könnte sogar eine Fliege an der Wand, die unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt/e, Einfluss haben auf unser geplantes Vorhaben, m.a.W. auf den ersten oder einen weiteren Schritt auf unserem Weg. Für mich bleibt diese (spekulative) Frage ohnehin stets interessant: Inwieweit wird der persönliche Weg durch Ablenkung bestimmt?
Lb. Gruß - Vaga

Kommentar geändert am 14.08.2026 um 11:52 Uhr

 Bergmann meinte dazu am 14.08.26 um 20:37:
Liebe Mnk, 
du deutest da einen interessanten (schicksalhaften) Schmetterlingseffekt an.
Hrzlchst l
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