Drachen

Gedicht zum Thema Krankheit/ Heilung

von  Pearl

Gegen Abend, gegen Nacht.

Die Sonne schläft, der Mond wacht.

Blumen: frisch geduscht vom Regen

und imaginäre Drachen reden.

"Es geht dir gut", flüstern sie.

Dann tauchen wir ins Meer, so tief.


Gegen Morgen tauche ich auf.

Ich erwache, das auch.

Die Blumen trocken, die Sonne scheint.

Kein Drache redet, niemand weint.


Doch gegen Abend, gegen Nacht.

Die Sonne schläft, der Mond wacht

und die Sternlein schimmern,

reden Drachen mit mir wie zu Kindern.


Sie sind bei mir, geht's mir nicht gut,

als seien sie Engel, goldene Glut.

Ich glaube an sie, ich kämpfe mit ihnen,

auch wenn wir Sie nicht besiegen.


Doch darum geht es nicht, nicht ganz.

Sie flüstern, "tanz, Stefanie, tanz

mit deinen Ängsten, den Dämonen.

Lerne, sie sind da, um dich zu lehren,

das Leben, wirklich zu leben.

Und wir tanzen mit dir, sind immer bei dir.

Doch deine Dunkelheit gehört nicht ausradiert."


Dann tauchen wir dorthin, wo die See die Seele frisst

und der Druck mich immer tiefer drückt.

Ich kann Sie nicht besiegen, nur umarmen...


...wir tauchen auf und die warmen

Sonnenstrahlen bedecken mein Gesicht.


Mein Leben: Dunkelheit und Licht.


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Kommentare zu diesem Text


 AZU20 (25.09.24, 11:43)
Das Leben sollte eher Licht sein. oder? LG

 Pearl meinte dazu am 25.09.24 um 12:53:
Ich glaube, das Leben ist immer Beides!

Danke, lieber AZU20 :)

 Quoth (17.02.25, 12:24)
Die Erkenntnis des Gärtners: "Es gibt kein Unkraut, ich benenne es um in  Beikraut!" Oder Schwester Monika in der Serie "Call the Midwife", als man die Ratten vergiften will: "Auch die Ratten sind aus Gottes Hand!" Oder Hölderlin, dem sein Wahnsinn einen Frieden schenkte, den er ohne ihn nicht gefunden hätte:

Die Linien des Lebens sind verschieden
Wie Wege sind, und wie der Berge Grenzen.
Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen
Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden.


Das lyrische Ich kämpft Seite an Seite mit den hilfreichen Drachen zusammen gegen Sie, die Dämonen, aber dieser Kampf endet als ein Umarmen ...

Kommentar geändert am 17.02.2025 um 12:25 Uhr

Kommentar geändert am 17.02.2025 um 12:26 Uhr

Kommentar geändert am 17.02.2025 um 12:27 Uhr

 Pearl antwortete darauf am 17.02.25 um 19:26:
Danke, Quoth, für diesen schönen Kommentar samt Zitaten!

Ich liebe alle drei gleichermaßen, auch wenn die ersten beiden leichter zu verstehen sind. Hölderlin. Denkst du er meint das jenseitige Leben mit " dort"?

Ja eine Umarmung ( auch wenn das nicht immer leicht ist)...

 Quoth schrieb daraufhin am 17.02.25 um 22:55:
Ich glaube, das "dort" ist jetzt und hier - in ihm. Der Wahnsinn ist Ausdruck des Gottes, der ihn wieder ganz und heil macht. Eine gedankliche Synthese, vor der ich niederknien könnte. Wie vor ihm - und allen psychisch Kranken.
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