5. Kapitel
Text
von Pearl
„Heute darf ich dir jemanden sehr besonderen vorstellen, Sohn.“
Sein Vater machte ein bedeutungsvolles Gesicht.
„Ihr Name ist Sirin und sie entstammt dem Geschlecht der Sirenen.
Die Tür öffnete sich und ein Mädchen, nein, eine Frau von betörender Schönheit betrat den Raum: pechschwarzes Haar, eisblaue Augen, ein Körper wie von einem Bildhauer gemeißelt.
„Hallo Garett“, sie lächelte, „ich habe schon sehr viel von dir gehört.“
Ihre Stimme hörte sich an wie ein leises Klingeln.
Am Körper trug sie ein fein gewobenes, weißes Kleid. Als er sie ansah, musste Garett an eine Schlange denken, so fließend waren ihre Bewegungen. Er war fasziniert und abgestoßen zugleich.
Lautlos näherte sie sich ihm, bis sie ganz nahe bei ihm stand .
„Ich werde dir helfen, meine kleine Sirenenschwester zu finden“, säuselte sie in sein Ohr.
„Sirin wird sich an deiner Schule einschreiben“, erklärte sein Vater. „Du hast in den zwei Wochen, die du sie schon besuchst, nichts herausgefunden. Also dachte ich mir, du könntest etwas Hilfe gebrauchen.“
Ich lag im Bett und konnte nicht einschlafen. In den letzten Wochen ist so viel passiert. Ein Leben als normaler Teenager konnte ich mir nun wohl abschminken. Engel, Meerjungfrauen… all das gab es wirklich. Und ich schwebte in großer Gefahr, wenn die Prophezeiung recht hatte und ich diejenige war, von der sie sprach.
„Ja, die dunklen Zwischenwesen setzen nun alles daran, dich aufzuspüren."
Arielle saß wieder auf ihrem Lieblingsplatz, dem Fenstersims.
"Und sie sind viele. Doch auch wir sind viele. Wir werden dich beschützen. Noch bist du zerbrechlich. Doch sobald die Verwandlung stattgefunden hat, wirst du stark sein."
Dann begann sie zu grinsen.
"Nun schlaf. Du willst doch morgen gesund und munter aussehen, wenn du deinen Garett wieder siehst.“
Ja, der nächste Tag war wieder ein Schultag und ich würde Granny samt ihrer Prophezeiung einfach in meinen Hinterkopf verbannen und ihn sehen.
Doch als ich am nächsten Morgen in die Schule kam, wartete schon die nächste Überraschung auf mich.
Wer ist sie? Was hat sie mit ihm zu tun? Und weshalb störte es mich, die beiden so vertraut miteinander zu sehen?
In den letzten zwei Wochen war ich Garett, so gut es eben ging, aus dem Weg gegangen. Und auch er hatte nie versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen. Doch er guckte mich nach wie vor so komisch an.
„Sie ist echt schön,“ wisperte Cynthia mir zu, „aber irgendwie so reif.“
Ja, sie sah älter aus als die siebzehn Jahre, die sie war. Sirin. Solch einen Namen hatte ich noch nie zuvor gehört.
„Zwei Neuzugänge in einem Monat. Und beide so unglaublich und auch irgendwie strange.“
Luke legte seine Arme um uns.
„Die Mädchen sind ganz schön sauer. Sirin ist eine echte Konkurrenz. Doch ihr beiden Hübschen könntet es mit ihr aufnehmen. Nur, dass sich Teresa eben nichts aus Jungs macht.“
„Aber Luke, du weißt, dass ich dich liebe.“
„Ja, freundschaftlich.“ Das klang nun gar nicht begeistert.
Und es hätte nicht besser kommen können: die perfekte Sirin besuchte denselben Englischkurs wie Cynthia und ich; fragte ganz freundlich, ob sie sich neben uns setzen dürfte. Als sie sich hingesetzt hatte, stieg mir ein leichter, doch wahrnehmbarer Geruch von Salzwasser und Tang in die Nase. Und auf einmal wurde ich misstrauisch. Denn ich wusste, Engel, Meerjungfrauen… all das gab es wirklich.
Sein Vater machte ein bedeutungsvolles Gesicht.
„Ihr Name ist Sirin und sie entstammt dem Geschlecht der Sirenen.
Die Tür öffnete sich und ein Mädchen, nein, eine Frau von betörender Schönheit betrat den Raum: pechschwarzes Haar, eisblaue Augen, ein Körper wie von einem Bildhauer gemeißelt.
„Hallo Garett“, sie lächelte, „ich habe schon sehr viel von dir gehört.“
Ihre Stimme hörte sich an wie ein leises Klingeln.
Am Körper trug sie ein fein gewobenes, weißes Kleid. Als er sie ansah, musste Garett an eine Schlange denken, so fließend waren ihre Bewegungen. Er war fasziniert und abgestoßen zugleich.
Lautlos näherte sie sich ihm, bis sie ganz nahe bei ihm stand .
„Ich werde dir helfen, meine kleine Sirenenschwester zu finden“, säuselte sie in sein Ohr.
„Sirin wird sich an deiner Schule einschreiben“, erklärte sein Vater. „Du hast in den zwei Wochen, die du sie schon besuchst, nichts herausgefunden. Also dachte ich mir, du könntest etwas Hilfe gebrauchen.“
Ich lag im Bett und konnte nicht einschlafen. In den letzten Wochen ist so viel passiert. Ein Leben als normaler Teenager konnte ich mir nun wohl abschminken. Engel, Meerjungfrauen… all das gab es wirklich. Und ich schwebte in großer Gefahr, wenn die Prophezeiung recht hatte und ich diejenige war, von der sie sprach.
„Ja, die dunklen Zwischenwesen setzen nun alles daran, dich aufzuspüren."
Arielle saß wieder auf ihrem Lieblingsplatz, dem Fenstersims.
"Und sie sind viele. Doch auch wir sind viele. Wir werden dich beschützen. Noch bist du zerbrechlich. Doch sobald die Verwandlung stattgefunden hat, wirst du stark sein."
Dann begann sie zu grinsen.
"Nun schlaf. Du willst doch morgen gesund und munter aussehen, wenn du deinen Garett wieder siehst.“
Ja, der nächste Tag war wieder ein Schultag und ich würde Granny samt ihrer Prophezeiung einfach in meinen Hinterkopf verbannen und ihn sehen.
Doch als ich am nächsten Morgen in die Schule kam, wartete schon die nächste Überraschung auf mich.
Wer ist sie? Was hat sie mit ihm zu tun? Und weshalb störte es mich, die beiden so vertraut miteinander zu sehen?
In den letzten zwei Wochen war ich Garett, so gut es eben ging, aus dem Weg gegangen. Und auch er hatte nie versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen. Doch er guckte mich nach wie vor so komisch an.
„Sie ist echt schön,“ wisperte Cynthia mir zu, „aber irgendwie so reif.“
Ja, sie sah älter aus als die siebzehn Jahre, die sie war. Sirin. Solch einen Namen hatte ich noch nie zuvor gehört.
„Zwei Neuzugänge in einem Monat. Und beide so unglaublich und auch irgendwie strange.“
Luke legte seine Arme um uns.
„Die Mädchen sind ganz schön sauer. Sirin ist eine echte Konkurrenz. Doch ihr beiden Hübschen könntet es mit ihr aufnehmen. Nur, dass sich Teresa eben nichts aus Jungs macht.“
„Aber Luke, du weißt, dass ich dich liebe.“
„Ja, freundschaftlich.“ Das klang nun gar nicht begeistert.
Und es hätte nicht besser kommen können: die perfekte Sirin besuchte denselben Englischkurs wie Cynthia und ich; fragte ganz freundlich, ob sie sich neben uns setzen dürfte. Als sie sich hingesetzt hatte, stieg mir ein leichter, doch wahrnehmbarer Geruch von Salzwasser und Tang in die Nase. Und auf einmal wurde ich misstrauisch. Denn ich wusste, Engel, Meerjungfrauen… all das gab es wirklich.