Sie war Amors Engel, doch allein.
Schenkte Süden, traf auf Norden.
Süßigkeiten verwandelten sich im Mund
in Würmer, kalte Küsse ohne Liebe.
Sie war mit, dann ohne, mit, ohne...
Bis sie sich von ihnen befreite, und von sich selbst.
Die Einsamkeit wurde ihr Kokon, die Welt
aber drehte sich weiter wie ein Globus,
unberührt von ihrer Abwesenheit.
Ihre Träume wurden zu Alpträumen wie Tage zu Nächten.
Sie betrank sich an Tränen, aber ihr Wesen war die Liebe.
Und darum begann sie wieder zu glauben, an Amor, denn das heißt Liebe, und die ist zuerst in einem selbst.
Da wuchs aus den blutenden Wunden ihrer Schulter-
blätter ein Paar Flügel, und sie flog,
Wenn ein Passant dich anlächelt, einen kurzen Moment lang oder du realisiert, dass du dich verliebst,
du am Grab deiner Goldenen - Hochzeit - Liebe weinst, du dein Kind in deine Arme nimmst,
hat sie dich mit ihren aus Traurigkeit geschmiedeten Pfeilen gestreift.
Erinnere dich an sie, wenn du leidest. Aus deinem Schmerz kannst du Liebe schöpfen
wie diamantenes Wasser aus einer frei fließenden Quelle.