Mad World

Text

von  Pearl

Manchmal sind die Träume wunderschön -

wie eine gute Droge, eine Droge, die dich

das Licht sehen lässt.

Licht, in das du verschwindest.

Manchmal sind sie Hölle.

Du denkst dir Sachen aus und in dir sind sie wahr.

Paranoia ist mehr als Angst.

Du zweifelst an dir ( und das ist gut so!).

Du verzweifelst an dir.

Doch schlimmer ist, dass du dir selbst nicht mehr vertrauen kannst.

Mein Selbstverlust hat mich damals in eine ausgewachsene Psychose hineingeführt. Ich war umgeben von fremdvertrauten Geisterstimmen und einer Welt, die ich nicht mehr verstand. Weil ich sie zu gut verstand. Das Rascheln der Blätter war mehr eine Bewegung als ein Geräusch. Die Sprache des Wassers wollte mich in sie hinabziehen. Die Traurigkeit der Menschen  war eigentlich ihre Güte, die sie nicht wahrnehmen wollten.

Nur ich war schlecht. Der schlechteste Mensch auf der Erde.

Mein drittes Auge ist eine blutende Rose gewesen. Ich wollte nachhause. Ich wollte sterben.

Aber hier bin ich. Nehme ein Milligram eines Benzodiazepins und hoffe, dass meine Paranoia sich langsam legt, ich bald schlafe, träume und das Licht sehe. 


Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Aber (20.01.26, 23:29)
Einfach zum Green Manalishi gehen, liebe Steffi.

 Pearl meinte dazu am 20.01.26 um 23:34:
Geld ist nicht soo wichtig, lieber Aron. Stevie Nicks 《♡》 hat sie da auch gesungen? Ich mag sie sehr.

 Aber antwortete darauf am 22.01.26 um 18:59:
Die Frage ist, ob es Peter Green bei diesem Song wirklich ums Geld ging. Ich tippe hier eher auf eine Begegnung mit dem Abgrund.

Stevie Nicks gehört auch zur Stimme meiner Kindheit.

 Pearl schrieb daraufhin am 23.01.26 um 00:22:
Ich kannte den Song gar nicht... hab nur gelesen es ginge um Gier und Geld.

Jetzt hab ich ihn angehört...doch ich mag Fleetwood Macs ( spätere?) Leichtigkeit mehr v.a. Landslide.

In "Green Manalishi" muss ich noch mehr eintauchen, es hat eine beängstigende Tiefe.

LG von Quellgeist zu Quellgeist

Antwort geändert am 23.01.2026 um 00:24 Uhr

Antwort geändert am 23.01.2026 um 23:29 Uhr

 KriegerinDerTräume (20.01.26, 23:38)
"fremdvertraut". Gibt es so ein Wort? Das ist ein Gegensatz an sich. Wie kann etwas fremd und vertraut zugleich sein? Das ist keine Kritik, sondern eine Frage. Ich bin mir unsicher.
Den Text gibt mir zum nachdenken. Er ist sehr bedrückend.

LG A.

 Pearl äußerte darauf am 20.01.26 um 23:44:
Hallo.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es existiert...denke aber schon. Fremd weil es Stimmen in meinem Kopf waren: fremde Stimmen. Vertraut, weil wir sehr vertraut miteinander kommuniziert haben.

Dass der Text bedrückend wirkt, kann ich gut nachvollziehen.

Danke und LG

Stefanie

 DanceWith1Life (21.01.26, 16:14)
Sorry, ich habe einen lach, höllischen Respekt vor Psychosen, eine hat mir meine Schwester geklaut. Wir waren mehr verbunden, als ich das vorher geahnt hätte. Du kannst dir sicher vorstellen, was das bedeutet, besser gesagt beinhaltet.
Und ja es geht um den Selbstwertschatz, das sehe ich auch so. Dumm ist nur, die Menschenwelt ist verdammt oberflächlich und da ist wenig zu finden.

 Pearl ergänzte dazu am 21.01.26 um 21:47:
Hallo DanceWith1Life,

Dein Kommentar macht mich nachdenklich, fast stumm. Es tut mir leid, das wollte ich dir sagen. Und dass auch ich das Gefühl kenne, die Tiefe eines Verbundenseins erst im " Nachhinein" zu erkennen. 

Ich bin gegen Stigmatisierungen v.a. deshalb weil sie ( wie du sagst) oberflächlich sind und den Menschen und sein Leid und seine Geschichte dahinter missachten. Doch ich glaube nicht, dass der Mensch das Problem ist. Ich glaube, wir leben in einem System, einem sehr kapitalistisch geprägten System, das uns manchmal zu empathielosen Robotern macht. Das Schlimmste an der Stigmatisierung psychischer Krankheiten ist m.E. dass sie Selbststigmatisierung auslöst, die die Krankheit verschlimmert und oft, sehr oft, tödlich wirkt.

Danke für deine Offenheit und deinen Kommentar.

Stefanie

Antwort geändert am 21.01.2026 um 21:49 Uhr

 Aber meinte dazu am 22.01.26 um 19:04:
Im Prinzip ist jede Wirtschaftsordnung gewinnorientiert, muss sie auch sein, ein weites Feld, an dem sich schon viele die Zähne ausgebissen haben.

Gruß an Dance und Steffi.

 DanceWith1Life meinte dazu am 22.01.26 um 21:27:
Gruß zurück an das Gewinnspiel, mit oder ohne Faust.
BTW 
Ob das wirklich sein „muss“ ist noch nicht geklärt, das ist nur die bisher dominante Herangehensweise und sie hat enorme Nachteile.

Antwort geändert am 22.01.2026 um 21:32 Uhr

 Pearl meinte dazu am 23.01.26 um 00:16:
Ja. Der Preis ist hoch. Sehr.

Liebe Grüße

DanceWith1Life und Aron!
Zur Zeit online: