Wilson oder wichtig

Skizze

von  DanceWith1Life

Dem Goldfisch der sein Glas…
Der Zeiger Ticken in den Runden
Dreiklang längst verblichener Stunden
Für einen Augenblick vergaß

Drei Zeiger, Stunden, Tage
In einem Glas der Goldfischsage
Es dreht sich diese ganze Welt
Um einen Augenblick der zählt


Den Rest der Zeit im Trüben fischen

In Arbeit, Hobbies oder Freizeitnischen

Verbringt ein Menschentier ganz ohne Zwang

Weiß jemand hier warum

Das dauert gar so lang



Anmerkung von DanceWith1Life:

Für alle Ahnungslosen 
Wilson war der Name eines Balls, und einziger Gesprächspartner von Tom Hanks im Film Verschollen/cast away

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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (17.01.26, 07:02)
Lieber Dancer,

im Deutschen gibt es den schönen Ausdruck "sich in etwas verlieren"; genau dies ist deinem Goldfisch im Glas punktuell gelungen und verschaffte ihm so eine Auszeit aus der Diesigsein des Da-Seins.
Du präsentierst uns ein hoch-philosophisches Gedicht - was du hoffentlich gemerkt hast!  :P

Diese glückverheißende Entspannung ist nämlich fast nur über Kunst möglich.

 DanceWith1Life meinte dazu am 17.01.26 um 15:14:
Allertrefflichster 8.er da bin ich voll und ganz bei Dir, ja, sogar bei der Frage, ob ich das überhaupt bemerkt habe.
Lass mich ein wenig über die Natur des Tanzes reden, und warum ich ihn als Name wählte.
Wie schon erwähnt, geht das zurück bis in die Zeit, als das „Sprachlos“ ins Leben gerufen wurde. Tanz war für mich immer die Suche nach Kommunikation in der einzig funktionierenden Weltsprache Musik. Man sagt sogar bei guten Texten, da ist Musik drin. Das war damals nicht von mir ausgedacht, es war eine Reaktion und zwar die einzige, die für mich noch Sinn machte, als ich Abend für Abend die aneinander vorbeischillernden Facetten der Interpretation im aktiven Gespräch beobachten konnte.

 AchterZwerg antwortete darauf am 17.01.26 um 17:09:
"Musik kommt die höchste Stellung in der Rangordnung der Künste zu" bemerkt ja auch mein Schopenhauer. Und das völlig zu Recht!
Weil die nämlich in einer höchst allgemeinen, verständlichen Weise das An-Sich-Der-Welt, deren inneres Wesen, den Willen (das Unbewusste in der Psychologie) zum Ausdruck bringt.
Insofern ist natürlich der Tanz ihre schönste Darstellungform.

Und darin erschöpft sie sich nicht - sie besitzt en passant die Fähigkeit, den triebhaften Willen zu beruhigen. 

Genau wie du es sagst. In der einzig funktionierenden Weltsprache.  <3
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