Es tut nur dann weh, wenn man vergisst zu atmen

Skizze zum Thema Abschied

von  Iv0ry

Es knackte leise. Irgendwo rechts neben der Wirbelsäule. Es flattere schon nicht mehr panisch, ihr Herz, ein Wildvogel in Gefangenschaft.
Es war zahm geworden, knackte nur ab und an mit dem Schnabel an die Rippen und hielt seine Flügel eng am Körper.

Es war kalt geworden. Seine Worte hingen wie kleine Wolken in der Luft. Gewitterwolken gab es nicht in dieser Größe und sie zogen auch höher am Himmel entlang - und doch donnerten sie, die kleinen Wolken.
Bis alles verstummte.

Das Herz steckte den Kopf unter die allegorischen Flügel und verschluckte sich an den letzten Worten.
Dann verstummte es auch.

In der Stille griff seine Hand nach ihrer - und in die Leere hinein, die sich zwischen ihnen aufgetan hatte.
Sie gab ihm ein Brausebonbon und eine Rabenfeder, schrieb sich mit einer warmen Klinge  auf die Haut, immer wieder, in der Gewissheit, dass sie auch diese ablegen würde.

Um den Brustkorb eine Würgeschlange aus Schmerz, zu nah an den Rippen,
zu nah am Herzen,
das teilnahmslos zusah.
Es kannte keinen Ton.
Es kannte kein Lied.
Es kannte kein Wort.

Doch seine Stille zeugte von Frühlingstagen
hoch über den Klippen.
an denen das Schweigen zerschellen würde.
Einmal. mehr.

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