Ohne Werte

Gedanke zum Thema Nihilismus

von  KopfEB

Wenn ein Mensch stirbt, verliert Alles, was ihn ausgemacht hat, seinen Wert. Alles, was er getan hat, um sein Leben zu gestalten, ist nicht mehr von Belang. Es schlägt noch Wellen, in den Leben Anderer, aber sie verlanden nach und nach, versacken in der Vergangenheit und verlieren ihre Bedeutung immer mehr.
Nichts hat für sich genommen eine Bedeutung, alles ist nur Teil eines Ganzen und betrachtet man die schiere Unendlichkeit von Zeit und Raum, verkommt das Einzelne zum Nichts. Bedeutsamkeit ist eine Illusion, die durch Kurzsichtigkeit Befriedigung, Beruhigung verschafft. Sie kann nur individuell betrachtet werden und verschwindet mit dem Individuum, war eine leere Hülle im Angesicht der Sterblichkeit.

Ein Foto, geschossen an einem herrlichen Sommertag, an dem man seine Liebe kennenlernte, das Wichtigste, das man besitzt. Gehalten von zittriger Hand, krebskrank im Sterbebett, fällt es zu Boden ist es sinnentleert, nur noch ein Bild.

Nichts trägt einen Wert in sich, nichts ist um seiner selbst willen wertvoll. Ein Wert wird nur verliehen von Aussen.
Ein Stein, der im Gras liegt, hat keinen wie auch immer gearteten Wert. Findet eine verzweifelt suchende Hand ihn und wird er somit zur Waffe, eingesetzt gegen übermächtige Peiniger und verhilft dem Opfer zur Flucht, war er ein Lebensretter und das Wertvollste, was diese Hand jemals ertastet hat. Der Stein trägt keinen Wert in sich, er bekommt ihn erst durch den Menschen, der ihn benutzt, und verliert ihn anschließend wieder. Hat ihn nie besessen, hat ihn nur verliehen bekommen.

Dies gilt für alle Dinge, Alles, was ein Leben ausmacht. Es erhält seinen Wert nur durch die Interaktion, die Wechselwirkung mit dem Lebendigen.
Alles und Jeder findet einen Wert, so temporär er auch sein mag, nur durch die Anderen, nie solitär in sich selbst.

Kommentare zu diesem Text

Graeculus (69)
(07.02.17)
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Nymphenbad (49) meinte dazu am 07.02.17:
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 KopfEB antwortete darauf am 07.02.17:
Moin zusammen. Die Begründung liegt in meiner Erfahrung vergangener Erlebnisse. Ich hab den Text auch relativ schnell eingetippt, um die Gedanken zu manifestieren, es ist sozusagen "nur" ein Konzentrat meiner eigenen Erkenntnis und auch noch nicht abgeschlossen.

Mit Kant oder ähnlichen Denkern beschäftige ich mich sehr wenig. Ich habe mich vor langer Zeit entschieden, meine eigenen Gedanken nur sehr dosiert von Aussen beeinflussen zu lassen. Hat zugegeben erhebliche Nachteile, aber ich bin irgendwie (bislang) nie zu den Punkt gekommen, an dem ich dies zu ändern bereit gewesen wäre. Von daher ist meine Kentniss von Gegentheorien sehr beschränkt, in diesem Fall nahezu gleich Null.

Aber ich habe mich sehr über eure Kommentare gefreut, werde da auch mal etwas recherchieren, vieleicht hilft es mir dabei, mit der lähmenden Konsequenz umzugehen. Danke!

P.S.: Hab da jetzt mal ein wenig nachgelesen und muss sagen, ich bin da deutlich näher an Nietzsche als an Kant, der für mich vor allem nach einem Ausweg gesucht und sich dafür selbst eine Tür zusammengezimmert hat.
(Antwort korrigiert am 07.02.2017)
Graeculus (69) schrieb daraufhin am 07.02.17:
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 KopfEB äußerte darauf am 08.02.17:
Erhält seinen Wert und Bedeutung aber nur durch die Kommunikation, die Situation und den Adressaten. In die leere Luft gesprochen ist es lediglich ein Gedanke ohne nachhaltige Bedeutsamkeit. Prickelnde SM-Masturbation, das Ejakulat landet aber eben nur im Nirgends. Wertschaffend ist ausschließlich die Interaktion mit dem Gegenüber.
Graeculus (69) ergänzte dazu am 08.02.17:
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 KopfEB meinte dazu am 11.04.17:
Entschuldige die lange Pause, ich hatte beim ersten Lesen keine Zeit für eine adequate Antwort und hab´s dann vergessen...

Zum Einen möchte ich sagen, dass das Dreieick durchaus eine Manifestation in der wahrnehmbaren Welt hat, du trägst sie z.B. im Herzen in Form einer Segelklappe. Gut, du sagtest "exakte Entsprechung". Dann nehmen wir eben bestimmte Kristallisationen von Mineralien.

Und wenn das noch immer nicht exakt genug ist, dann halt vom Menschen geschaffene Objekte. Und dann sehe ich uns wieder auf einem gemeinsamen Diskussionsfaden.
Denn ja, die Vorstellung von etwas trägt einen Wert, aber eben nur den, den wir als Gemeinschaft ihr zusprechen.
Denn so etwas wie "Gerechtigkeit" existiert nur in unserer Vorstellung. Es ist ein menschliches Konstrukt ohne Entsprechung in der Natur. Am nächsten noch an dem Konzept von Aktion-Reaktion-Konsequenzen, wobei bedacht werden muss, dass dieses ja quantenphysikalisch in Frage gestellt wird.
All diese Dinge tragen für mich keinen nachhaltigen Wert in sich, sondern nur den, den wir ihm beimessen. Da ist keine Naturkonstante "Werthaftigkeit" (im moralischen Sinne). Moral ist eine menschliche Erfindung, die ohne einen denkenden Geist nicht existiert. Wenn also niemand mehr da ist, sie wertschaffend zu definieren, welchen Wert hat sie dann noch?
(Antwort korrigiert am 11.04.2017)

 Dieter_Rotmund (06.09.17)
Etwas sehr eigenwillige, um nicht zu sagen oft grottenfalsche Groß- und Kleinschreibung, daher nicht gerne gelesen.
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