Klaus

Kurzprosa zum Thema Aktuelles

von  Tafelwerk

Der erste Kaffee, morgens um halb fünf, dann in die Dusche, Zähne putzen , anzieh'n und auf geht's, in die Bahn, 37 min farhn bis zu meiner Haltestelle. Den zweiten Kaffee aus dem Thermobecher, schnell was zu essen geholt, hingesetzt, mein Blick streift über weiße Dächer...das Morgenrot setzt den Himmel in Brand, die Stadt wird langsam wach, hat angefang aufzustehn.
Da liegt ein Mann hinter nem Kaffeeautomaten, hat sein Lager gebaut, mit dem wenigen was zu finden war, nasse Sachen, voller Dreck doch alles was er bei sich hat, ist schon fast wie echter Luxus für ihn. Im Schafsack eingepackt, mit zwei Jacken drüber, die Menschen steigen aus dem Bus und gehn vorüber, starren stupf weiter gerade aus. Ob sie ihn nicht sehn, das glaub ich nicht, wollen sich nicht hinterfragen müssen, weil sies müssten, helfen könnten, doch in ihren Händen halten auch sie nur Handy und Kaffeebecher...der Blick in den inneren Spiegel sagt mir, ich bin nicht besser... Die Nächte werden kälter werden, auch an den Fähren wird dann schon bitter kalt und bald frag ich mich, wie er dann schlafen geht, denn die Kälte macht vor niemanden halt... Wird er dann noch immer hier sein...ich werde nicht hier sein sondern daheim, in meinem gut geheizten Haus, steige doch jeden Morgen aus einem warmen Bett auf... hat sich wieder hingelegt, umgedreht...Stelle ihm einen heißen Kaffe hin ein paar belegte Brötchen noch dazugelegt...mehr kann auch ich nicht für ihn tun... Dieser Mann hat mich sehr bewegt und mich dazu gebracht zu hinterfragen, warum wir uns so oft beklagen... andere haben noch viel mehr zu schaffen und zu tragen.

Kommentare zu diesem Text


 BeBa (12.12.21, 01:06)
Der Text spricht mich an.  Er kommt sehr authentisch rüber, die Bilder passen.

Ein wenig Textarbeit wäre trotz allem angebracht, um den einen oder anderen Fehler oder Patzer zu eliminieren. Der Text hat es verdient.

LG
BeBa

Kommentar geändert am 12.12.2021 um 01:07 Uhr
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram