Wachträume

Gedankengedicht zum Thema Diesseits/ Jenseits

von  Ralf_Renkking

Das satte Veilchenblau
der Rede tränkt den Tag
der Wahrheit, die aus ferner Zeit besteht
in der Gesetze ruhen
für den Augenblick,
des Abends Schattennähe
zu beschreiben.

In das Gedankenrot
aus Klatschmohn tropft die Nacht
als Rinnsal erst, das stetig Stunden füllt,
aus denen Werte wachsen,
gegen Fluss und Strom
des Morgens helle Ufer
auszurufen.


Anmerkung von Ralf_Renkking:

Sonett.

Kommentare zu diesem Text

Stelzie (55)
(16.11.20)
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 Ralf_Renkking meinte dazu am 16.11.20:
Hi Kerstin,

danke für Kommentar und Empfehlung, die beiden Strophenbilder beziehen sich auf den Titel, der sowohl als Wach-träume aber auch als Wacht-räume gelesen werden kann.
Bewusst habe ich die Metaphernkomplexe 'Veilchenblau der Rede' und 'Gedankenrot aus Klatschmohn' in Enjambements gesetzt, um den Leser zum "Puzzeln" anzuregen, beide kommen sowohl aus der Pflanzenwelt als Symbole und dem sprachlichen Bereich, wobei sie zwar Gegensätze darstellen, allerdings nicht negativ konnotiert sind, quasi die zwei Seiten einer Medaille, die beide eigentlich neutral sind, des Abends Schattennähe bedeutet somit die einkehrende Ruhe, des Morges helle Ufer das Erwachen, auch wieder Gegensätze, die sich ergänzen. Beide Strophen sind selbst von der Prosodie her gleich aufgebaut, vom Visuellen her unterscheiden sie sich jedoch sehr.

Ciao, Frank
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