LIEBER TUT DER WEIHNACHTSMANN... (reloadete reimereien I)

Gedicht zum Thema Weihnachten

von  harzgebirgler


lieber tut der weihnachtsmann

das was er am besten kann

weil es ihm ja eh obliegt

und er sonst auch ärger kriegt...


...der weihnachtsmann platzt echt aus allen nähten:
er schlug sich länger schon die wampe voll
mit fettem fisch wie aal ganz ohne gräten
was man so exzessiv nicht machen soll

dazu ward klar doch reichlich bier getrunken
ein kostverächter war er ja noch nie
sein schniedelwutz ist unterm bauch versunken
denn dessen wülste reichten bis zum knie

der hosenbund flog ihm voll um die ohren
kein weg führt für ihn rum scheint's um diät
sonst ist nebst hopfen selbst auch malz verloren

wenn erst mal die bescherungstour ansteht -
er paßt dann nämlich nicht mehr in den schlitten
und reiten würd' selbst rudolph sich verbitten...


*


Wer meint, der Weihnachtsmann macht Pause,
ist wirklich ein Kulturbanause:
Auch dies Jahr stapft der gute Alte
ganz zweifellos durch unsre kalte
und schneeverwehte Winterwelt.
Selbst wenn er auf den Hintern fällt,
weil irgendwer die Mühe scheut
und einen glatten Weg nicht streut,
hievt er sich unzerknirscht empor,
nimmt sich nur viel mehr Vorsicht vor
vor solchen winterlichen Tücken,
die meistenteils nur Kids entzücken.


Des Weihnachtsmannes Medicus
sorgte zuvor für Ess-Verdruß,
denn sein Patient, gar keine Frage,
brachte mehr Kilos auf die Waage
als man noch tolerieren kann -
das merkt der Weihnachtsmann:
Sein Bauch sprengt jeden Hosenbund
und ist entsetzlich kugelrund...
es reißt im Kreuze, sticht am Herzen,
der Weihnachtsmann hat echte Schmerzen;
geplagt verzieht er sein Gesicht -
das alles liegt nur am Gewicht!

Im legendären Rentierstall
war gar schon Meuterei der Fall.
Die Rene, sonst nicht so brutal,
stellten ihr Herrchen vor die Wahl:
"Erst, wenn du abgenommen hast
und wieder in den Schlitten paßt,
der - voll beladen bis zum Rand
für unsre Gabenfahrt durchs Land -
ja eh oft ganz gefährlich schwankt,
daß man um Kopf und Kragen bangt,
ziehen wir dich, schnell wie der Wind,
gern dahin, wo die Menschen sind!"

Der Weihnachtsmann kriegt fast n Rappel,
doch beißt er in den sauren Appel:
Noch scheint es nämlich nicht zu spät -
das, was jetzt hilft, ist ne Diät.
Nun heißt es: Mächtig abgespeckt,
auch wenns dem Weihnachtsmann nicht schmeckt
und ihn schon der Gedanke graut,
daß er statt Wurstbrot Grünzeug kaut,
statt Glühwein stilles Wasser trinkt,
was jeden zur Verzweiflung bringt,
der regelmäßig üppig speist
und sich kaum leicht am Riemen reißt.

Nur eins ist ihm dabei ein Trost:
Durch Fasten und durch Magerkost
mit wenig Kalorien und Fett
macht die Diät die Sünden wett,
zu denen Küchenkunst verführt,
selbst wenn man keinen Hunger spürt,
denn schließlich darf man nicht vergessen,
kommt Appetit auch meist beim Essen.
Auf jeden Fall sorgt so ne Kur
ganz wunderbar für die Figur:
Allmählich purzelt Pfund um Pfund
und wird der Weihnachtsmann gesund.

Termingemäß fast gertenschlank,
steht er verdutzt vorm Kleiderschrank
und kann partout noch gar nicht fassen,
wie toll alle Klamotten passen.
Die Waage zeigt ein Traumgewicht
und übers Weihnachtsmanngesicht
gleiten der Freude Sonnenstrahlen
nach all den argen Fastenqualen.
Kein Hosenbund zwängt mehr den Bauch,
der Weihnachtsmann paßt endlich auch
wieder bequem in seinen Schlitten -
dafür hat er weiß Gott gelitten!

Hui, was gleiten jetzt die Kufen
hinter schnellen Rentierhufen
sicher über Wald und Flur
ohne eine Schleuderspur.
Der Weihnachtsmann drückt auf die Tube -
die Kinder warten in der Stube
ja schon gespannt auf sein Erscheinen,
auch wenn so manche Schlingel meinen,
daß es ihn überhaupt nicht gibt,
obwohl die ganze Welt ihn liebt
und niemand ihn mehr missen will:
Deshalb, ihr Zweifler, schweigt bloß still!


*


der weihnachtsmann steht in der kleiderkammer
und sucht für sein kostüm die hosenklammer
natürlich nicht denn schließlich fährt er schlitten
und muß auf keinem rad mit festen tritten

durch winterliche lande gar noch radeln
da würd' der christbaum echt vor lachen nadeln
oh nein er sucht den gürtel für die hose
denn diese sitzt ihm ohne längst zu lose

infolge einer vielzahl von diäten
es platzte nämlich echt schon aus den nähten
sein bauch und keine hose wollt' mehr passen
drum war er fastend kilos voll am lassen

fand endlich auch den gürtel schwarz aus leder
vom grunzochsen - so einen hat nicht jeder...



*


der weihnachtsmann studiert die wetterkarte:
nein schnee ist leider nirgendwo in sicht
„das wird ja wieder mal ne richtig harte
bescherung“ denkt er sich „ich lieb’s echt nicht

die ganze lange tour zu fuß zu machen
doch schlittenkufen brauchen einfach schnee
und mir vergeht na klar total das lachen
wenn ich auf diese wetterkarte seh’!“

er ruft frau holle an - die sitzt zuhause
auf ihren kissen und hat einen hals
„ach weihnachtsmann“ schimpft sie „mir steht die pause

längst selbst bis obenhin, denn lieber als
hier mit schwer rheuma stocksteif rumzusitzen
häufte ich massig schnee auf tannenspitzen!“


*


klein erna die schon größer war
und dumm nun eben nicht
der war auf anhieb völlig klar
im schein vom kerzenlicht
des tannenbaums bildschön behängt
jetzt gibt es endlich das geschenkt
wonach sie sich schon lange sehnt -
ein jahr ist oft recht ausgedehnt...

klein erna sieht den weihnachtsmann -
und bricht in lachen aus
"!du bist der mann von nebenan
ich kenn' dich du heißt klaus
und deine nase ist so groß
ein regelrechter zinken
das ist's allein aber nicht bloß:
du bist wie stets am hinken -
daran oh klaus erkenn' ich dich
und finde du hinkst fürchterlich
nun gib mal was mir zusteht her
ansonsten kümmert mich nichts sehr!"

klaus weihnachtsmann ist so verdutzt
daß er sich erst die nase putzt
kramt dann rum im gabensäckchen
und klein erna kriegt ein päckchen
bunt verhüllt, mit schleifenband,
was sie immer herrlich fand
packt das päckchen aus und strahlt
denn [in raten abbezahlt]
prangt ein it-bag ihr entgegen
louis vuitton deretwegen
mädchen schon vor neid erblassten
die zur tasche eh nicht passten...


*


Den Weihnachtsmann plagt scheints Burnout
er wirkt echt ausgebrannt
obwohl er eifrig Koka kaut
geht ihm nichts von der Hand

Kein Zuspruch bringt ihn mehr auf Trab
er drömmelt vor sich hin
die Zeit bis Weihnachten wird knapp
der Wurm ist hier tief drin

Die Engel flattern ratlos rum
nicht einer hat nen Plan
das Zwergenvolk guckt gleichfalls dumm -
jetzt soll Knecht Ruprecht ran

Soll sorgen daß der Laden läuft
er glaubt ihn tritt ein Elch
ihn der gern heimlich Glühwein säuft
aus handgeschnitztem Kelch

Der Festtagstrouble nervt ihn schon
Sankt Nikolaus macht Druck -
der Weihnachtsmann sagt keinen Ton
und trinkt auch keinen Schluck

Es wächst längst der Geschenkeberg
so hoch wie nie zuvor
Knecht Ruprecht geht erzürnt ans Werk
mit himmlischem Furor

Teilt ein sortiert tritt in den Arsch
und hängt sich ziemlich rein
bläst jedem der nicht folgt den Marsch -
bald soll Bescherung sein...

Der Rentierstall sieht aus wie Sau
die Viecher sind verdreckt
und keiner weiß - der Kerl ist schlau -
wo Sepp der Stallbursch' steckt

Sepp denkt ganz einfach: 'Chef ist krank
die Faust im Nacken fehlt
ich mach mich schön im Schlitten lang
weil bloß was guttut zählt!'

Er liegt nett auf der faulen Haut -
Knecht Ruprecht fährt aus ihr:
"Wers wagt und mir den Plan versaut
fliegt raus das sag ich dir!"

Der Sepp gibt sauer etwas Gas
Bock hat er lange nicht
doch Ruprecht droht dem faulen Aas:
"Hau rein Knilch sonst ist Schicht!

Die Gabenschlacht steht vor der Tür
der Weihnachtsmann macht schlapp
hier gehts nicht um ne Wellnesskür!"
Sepp denkt: 'Papperlapapp!'

Am Ende kommt Sankt Nikolaus
und inspiziert ihr Tun:
"Das sieht ja alles super aus
ich geh jetzt und werd ruhn!"

Knecht Ruprecht schimpft: "Ja geh du nur
und sag dem Weihnachtsmann
daß er demnächst - da bin ich stur -
mich kreuzweise mal kann!"




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