Satan und Zeus

Text zum Thema Traum/ Träume

von  FRP

Es war ein guter Traum, ein unterhaltsamer Traum, es war ein ganz ergiebiger Traum; aber ich muss mich doch immer wieder wundern, wie präsent der Widergeist in meinen Träumen doch wieder und wieder ist. So um die 80 Prozent vom Traum erinnere ich nicht mehr; was schade ist, denn auch der von mir nicht-erinnerte Teil war höchst interessant für mich, soviel erinnere ich noch. Aber der Satan (er sah beiläufig so aus wie jener auf der Genesis-Platte "A Trick Of The Tail, und er hatte eine signifikante Mistgabel in der Hand) hatte mich wieder einmal heimgesucht, und gezwungen, ihm einige Steine aus dem Weg zu räumen; einem Weg, der zu einer Absperrung führte, die ich nicht zu passieren hatte. Die ich nicht hätte passieren können, auch wenn ich gewollt hätte. Nein, nein; er meinte dies wörtlich, und es handelte sich um echte Steine; nicht um Umstände und Hindernisse im übertragenen Sinne. Jedenfalls warf ich die Steine teils durch-, teils hinter den grauen Gitterzaun. Ob mir das Satan so befohlen hatte? Glaube ich nicht. Steine wegräumen, hatte er gesagt. Über das "Wohin" entschied ich selbst. Ich tat es, weil ich es konnte. Prompt rumorte es im backround gewaltig, und ein weiter Spieler trat auf den Plan, was allein mir, - und der Abrechnung mit mir - galt, soviel war mir gleich klar. Der Spieler war seltsamerweise nicht Jehova, sondern der alte Zeus, und der brachte Poseidons Dreizack gleich, (und vektorisch auf mich gerichtet), mit. Aha, dachte ich, Mistgabel gegen Dreizack, darum geht es hier also. Der Göttervater vom Olymp passierte die Absperrung natürlich ohne Probleme, was wiederum den schon lange auf dem Heimweg zum Herd seiner Großmutter sich pfeifend befindenden Satan auf Plan und Rückweg brachte (wann und wo ward eigentlich je Wissen und Kunde bezüglich nicht nur der einheizenden Großmutter; sondern auch des Großvaters, und deren beider Kinder, die dann ja wohl auch die Erzeuger des Widerparts wären?!) Na, Schwamm drüber, denn die Dynamik des Traums nimmt nun sprunghaft zu. Zeus steht links neben mir; Satan zu meiner rechten Seite. Was tust du gemäß SEINES Willens denn da?! - blökte mich Zeus an, gleich einem Gewitter vom Olymp. Na DU hast es gerade nötig - so ich, todesmutig zu IHM. Frag doch DEINEN Freund mit der Mistgabel da! - setzte ich nach, und zeigte mit dem Finger auf Satan. Wieso nennst du DEN MEINEN Freund?! (so Zeus, in höchster Empörung, zu mir). Na darum, weil DU nie hilfst! - (so ich) - zu Zeus. Wann hättest DU mir denn je beigestanden gegen IHN?! Nie hast DU geholfen; und alles, was ich je erreichte, war IHN Kraft meiner selbst zu bannen und zu vertreiben, indem ich mich zu IHM wandte, und brüllte, - (dabei wandte ich mich nun wirklich zu Satan, und brüllte gleichsam zur Demonstration): Apage, Satanas! Apage, Satanas! Apage, Satanas! Dies brüllte ich Satan mannigfaltig entgegen; und so, etwa nach dem zehnten Mal, stimmte Zeus (zunächst zögernd, dann immer entschiedener und unisono mit mir) ein. Und so brüllten wir unsere "Apage, Satanas!" dem Behemot entgegen, der vor Wut dampfte, und immer kleiner wurde. Zeus und ich drehten unsere Daumen jäh nach unten, als ob wir römische Imperatoren im Circus Maximus wären. Da brach Satan zusammen, und fuhr heulend zur Hölle. Vom Orkan des durcheinander-brausenden Teufelsgejaule, durchmischt mit unseren hundertfach repetierten "Apage, Satanas!", wachte ich auf. Erleichtert, natürlich.



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