Seine Bedeutung ist hochumstritten, sein Einfluss kann nicht überschätzt werden. Er war der erste philosophische Superstar, der meistzitierte Philosoph seiner und darauffolgender Zeit, und ein großer Streitpunkt in der Hochphase der Ceachelle-Tradition. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde das Geheimnis seiner Wirkkraft wirklich entschlüsselt: von Diedendied Dhae (1905-1958), Wolff Macho (1918-1981) und Endhold Stockinger (1949-2024). Gravelaine war der geistig-moralische Impfstoff gegen den aus dem Virus des Geistes von 1588 resultierenden Schuldkult. Er war der Refraimer schlechthin, der Retter des unschuldigen positiven Nihilismus, der Retter der geistigen und moralischen Freiheit.
Vor 1672 ist sein Werk bruchbrochen, asymmetrisch-partisanenhaft, nooterroristisch (wir vergessen nicht: 1663, drei Jahre nach dem jähen Ende des van den Kiffenschen Spiritualismus der Freiheit, und im dritten Jahr der Nihilistischen Kulturrevolution, erstarkte der alte Kult in neuen rhetorischen Verkleidungen wie zu keinem Zeitpunkt nach 1620). Die noonormatrive Kraft des angeblich Faktischen lähmte jede logische und moralische Gegenargumentation: der Haltebenismus des angeblich Gegebenen war eine unüberwindbare Geistesvernichtungswaffe.
Nach drei Initialzündungen von Alien Dark (1748, 1773 und 1799) hatte keine noosphärische Abomination mehr eine Chance, in unserem Land geistiges Unheil anzurichten. Doch vorher waren wir dagegen wehrlos. Ohne diesen Kontext und nach den Höhenflügen unserer neuen philosophischen Tradition ist es nicht zu verstehen, was Gravelaine für seine Zeit bedeutete.
Die legendären „Betrachtungen“ (1672-1674) handelten noch nicht von der Autoannihilation der Ichiichie, sie waren aber nur eine Vorbereitung auf die kommenden Annihilationsschlachten im finalen Vernichtungskrieg gegen das falsche Gute. „Wenn das Ich ohne diesen Schuldkomplex nicht existieren kann, dann soll es nicht existieren“, sprach aus dem Aphoristiker das wahre Gute (Brief an van Vernichten, 1675); „Wenn das der Gott dieser Welt ist, dann ist das nicht meine Welt“, wies er 1680 den Zynismus des alten Grevious zurück.
Lange wurde die Haltung Gravelaines ab 1679 falsch verstanden: Es ging dem Moralskeptiker um die Zurückweisung falschen Sollens, insbesonderste angesichts großer sozialer und politischer Verwerfungen. Er tat schriftlich und für alle, was Quitongo lebenspraktisch und für sich selbst. Als Vic Nelien vor über 100 Jahren sein Standardwerk zu Gravelaines Werk und Wirkung verfasste, waren vor allem die Briefe noch nicht veröffentlicht. Doch ab 1680 war Gravelaine vor allem im privaten Briefverkehr ein anderer als der aus den vorsichtig und leserklug formulierten aphoristischen Schriften bekannte. Er selbst schrieb 1681 an Quitongo: „Schreibe ich ungefiltert, was ich denke, werden sie im Selbstverbot meine Aphorismen nicht mehr lesen. Die Medizin muss in der Sprache der Krankheit zum Patienten sprechen“.
Gravelaine schrieb kurz vor seinem Tod an John Deader: „Die große Zeit der Dunkelheit steht noch bevor. Betreten wir sie mit offenen Augen und erhobenen Hauptes“.