Drei Edle Fähigkeiten

Vorschrift zum Thema Güte

von  Jack

Dieser Text gehört zu folgenden Textserien:  Zhuang Jack,  Ontologie der Religion der Schönheit

Drei Edle Fähigkeiten lehrte Zhuang Jack:



1. Die Fähigkeit, das Wahre stehen zu lassen, ohne es mit der eigenen Meinung zu relativieren.


2. Das Gute wirken zu lassen, ohne es abzuwerten, etwa durch die Benennung vermeintlicher Ursachen und Motive.


3. Das Schöne sein zu lassen, ohne es besitzen, beschmutzen, zerstören zu wollen.



Warum Fähigkeiten? Weil sie aufeinander aufbauen. Wer das Wahre nicht stehen lassen kann, ist ein Skeptomane. Er ist im ewigen Wahnsinn der Ungewissheit gefangen.


Er wird außerdem nie das Gute bestehen lassen oder annehmen können, im Gegenteil, er wird seine aus dem Ressentiment kommende Abwertung mit einem empörten: „Das öst Krütükk!!!“ wütend und verbissen verteidigen. Natürlich hat die grundsätzliche Verneinung des Guten nichts mit Kritik zu tun, sie ist ein seelischer Offenbarungseid.


Und die Fähigkeit, das Schöne sein zu lassen, wirkt ohne die Fähigkeit, dem Wahren und Guten gemäß zu leben, wie eine lebensverneinende Askese: „Geht es denn im Leben nicht letztlich darum, das Schöne zu besitzen und zu konsumieren?“ Für wen das Gute eine äußerlich auferlegte Last ist, kann kein anderes Verhältnis zum Schönen haben.


Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von WinterzeitFachkraft und Walter.

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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (29.01.26, 07:35)
Und


Wahrheit und Schönheit müssen aufeinander bezogen werden; sie bleiben, für sich genommen und ohne die Stütze, die eines im anderen findet, höchst schwankende Werte. Thomas Mann (Essay: Schopenhauer)

 Jack meinte dazu am 29.01.26 um 07:56:
Ich sehe es solar-hierarchisch, mit dem Guten als Zwischenstufe. 

Lunar kann die Trias als ein flaches Dreieck gesehen werden. 

Beide Betrachtungen sind im Rahmen des Apollinisch-Dionysischen, fallen nicht ins Tellurische ab.

 Augustus (29.01.26, 08:02)
Verneinung des Guten … ist ein seelischer Offenbarungseid. 

Das stimmt. Die Bejahung aber auch. 
Das Schöne lässt sich niemals besitzen oder konsumieren; das Schöne wirkt aus einer sicheren Entfernung und verleiht dem Wahren und Guten jene Eleganz, die das Herz mit  harmonischen Tönen erfüllt und dem Geist den Odem der Götter einflößt. Jene Glücklichen wandeln anders auf dieser Erde, in vollem Vertrauen auf eine höhere edle Welt, die sich in dem Moment der Erkenntnis in jener Person im Herzen niedergelegt hat, dort hausiert und wirkt, wie eine platonische Liebschaft, deren lebenslange Anwesenheit als Ausstrahlung der Person nach Außen auf andere als sichtbarer Abglanz der glanzvollen Götterwelt strahlt.

 Jack antwortete darauf am 29.01.26 um 08:27:
Natürlich existiert auf dieser Welt nichts wahrhaft Schönes, nur tellurische (oder chthonische) Imitate. Das lieblichste geschminkte Gesicht ist unreiner als der Penis eines Mönchs, der damit nur pisst. Die Verführung zum Konsum des schönen Scheins passiert von unten her, aus der Tiefe des Wassers oder des Erdreichs.

Das geistige Schöne existiert selbstverständlich weltenübergreifend.
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