PETER THIEL - DER ALGORITHMUS IM OVAL OFFICE

Glosse zum Thema Freiheit/ Unfreiheit

von  harzgebirgler

oder


 Wenn der "Thiel-Code" auf Trump trifft

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Es ist die wohl bizarrste WG der Weltgeschichte: Hier der polternde, tweetende, goldverliebte Polit-Macho, dort der stille, dunkel angezogene, libertäre Visionär, der eigentlich Unsterblichkeit anstrebt und Demokratie für einen Designfehler hält. Peter Thiel, der intellektuelle Pate des Silicon Valley, und Donald Trump – ein Duo, das Satiriker arbeitslos macht, weil die Realität bereits jeglichen Rahmen sprengt.

Stellen Sie sich die Szene vor: Das Oval Office. Trump sitzt am Resolute Desk und überlegt, ob er Kim Jong Un zum Golfen einlädt oder einfach alle Gesetze auf Twitter abschafft. Dann geht die Tür auf. Kein Geheimdienstchef, kein General. Es ist Thiel. Er gleitet herein wie ein Schatten, das Gesichtsausdruck irgendwo zwischen "Ich habe den Code geknackt" und "Warum bin ich nur von Losern umgeben?".

"Peter!", dröhnt Trump. "Was sagt die Data, mein Genie? Wie zerstören wir die Wokeness heute?"

Thiel, der Mann, der Palantir – eine Software, die wahrscheinlich weiß, was Sie morgen früh frühstücken, bevor Sie es wissen – mitbegründet hat, antwortet leise: "Donald, Wettbewerb ist für Loser. Wir brauchen keine Meinungsumfragen. Wir brauchen Algorithmen, die Meinungsumfragen machen."


Thiel ist nicht einfach ein Einflüsterer. Er ist der Tech-Flüsterer. Während Trump mit dem Vorschlaghammer agiert, reicht ihm Thiel das Skalpell. Er ist der Mann, der dem Populismus ein Betriebssystem verpasst hat. Thiel hasst den Staat, aber er liebt den Staat, wenn dieser Staat seine Software kauft, um die Welt zu überwachen. Es ist eine perfekte Symbiose: Trumps Wut, Thiels Palantir-Power.


Wenn Trump über "Fake News" schimpft, hat Thiel ihm wahrscheinlich gerade erklärt, dass die Realität sowieso nur eine Simulation ist, in der sein Palantir-System die Punkte zählt. Thiel ist der Architekt der "neuen Rechten", der Contrarian, der gegen den Strom schwimmt – auch wenn der Strom im Silicon Valley normalerweise links fließt. Aber warum in der Herde laufen, wenn man die Herde kaufen kann?


Besonders amüsant ist die Vorstellung, wie Thiel dem Präsidenten beibringt, dass Unsterblichkeit wichtiger ist als die nächste Wahl. "Donald, denk größer. Nicht vier Jahre, sondern viertausend Jahre." Trump nickt, versteht wahrscheinlich nur "vier" und Twittert: "Vier Jahre sind genug, ich will 4000! Die besten 4000 Jahre!"


Thiel, der schon als Student in Stanford seine Haltung gegen politische Korrektheit entwickelte, findet in Trump das perfekte Werkzeug. Er ist der intellektuelle Überbau für den Bauchmensch. Manchmal wirkt Thiel zwar unbehaglich, wenn Trump ihn vor versammelter Mannschaft als "sein Genie" lobt, aber solange die Verträge für seine Firmen laufen, bleibt er im Hintergrund.


In den USA wird schon gemunkelt, dass Thiel den "Thielismus" implementiert, eine Welt, in der Elon Musk und Donald Trump nur die lauten Vorzeige-Charaktere sind, während im Hintergrund die Algorithmen die Zukunft bestimmen.


Vielleicht ist Thiel am Ende gar kein Einflüsterer. Vielleicht ist er der Puppenspieler, der Donald Trump als KI-gesteuerten Avatar benutzt, um zu sehen, wie weit man die Demokratie dehnen kann, bevor sie "Buy-Option" sagt.


Schön, dass wir darüber gesprochen haben. Und nun entschuldigen Sie mich, ich muss kurz meine Daten bei Palantir aktualisieren – nur um sicherzugehen, dass ich auf der Liste der Überlebenden stehe, wenn Thiel die Welt übernimmt.

:angel:



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