Erloschen

Text

von  moonlighting

Erloschen 



Teufel:

Ich schmecke Furcht auf deiner Haut,  
so süß, wie Blut aus deiner Braut.  
Ich bin das Wort, das leise kriecht,
bis deine Seele Glut vergießt.

Ich flüstre: „Fall – die Tiefe trägt“,
wo Licht erstickt und Nacht sich regt.
Du rufst nach Gott, doch nur mein Licht
zerreißt dich sanft – und bricht dein Ich.

Drei Stimmen:

Ich bin dein Leib, dein Licht, dein Pest,
dein Atemzug, dein letzter Rest.
Ich bin Versuch, Gericht, Gesicht –
der Engel schweigt, der Teufel spricht.

Mensch:  

Ich zerfall im eignen Licht,
Ich seh mein Antlitz blind und taub,
der Rest von mir verglüht zu Staub.
Ich will nur ruh’n, doch Schlaf macht leer,
der Sarg in mir – er bittet sehr.

Ich bete laut, mein Puls ist kalt,
mein Glaube fault, mein Wille schallt.
Ich hör mich reden, doch kein Klang,
der in mir bleibt – so leer, so bang.

Drei Stimmen:

Ich bin dein Leib, dein Licht, dein Pest,
dein Atemzug, dein letzter Rest.
Ich bin Versuch, Gericht, Gesicht –
der Engel schweigt, der Teufel spricht.

Erzengel:

Ich strahl noch hell durch alle Nacht,
doch höre dich nah im Abgrunds Pracht.
Ich halt mein Schwert, doch Blut tropft schwer,
dein Fall zerreißt mein Himmelsheer.

Der Himmel schweigt, mein Schwur zerbricht,
ich trink dein Dunkel, trink dein Licht.
Ich war dein Schild, dein letzter Sinn,
doch was ich liebe, stürzt dahin.

Mensch: 
Der Krieg in mir,   
mein Glaube fault, mein Wille flieht,
doch deine Wahrheit – sie vergibt.

Erzengel: 
Erwach, bevor die Fäulnis blüht!

Mensch: 
Ich weiß nicht mal, wer mit mir lügt.

Erzengel: 
Dein Drache nährt sich tief in dir!

Mensch: 
Dann friss ihn selbst – du bist doch hier!

Teufel: 
Ich lebe da, wo du vergisst,
weil Schmerz mein schönster Zeuge ist.

Erzengel:
Dein Herz verblutet, still und leis…

Teufel: 
Wer rein sein will, bezahlt den Preis.

Mensch: 
Ich brech entzwei, mein Licht verglüht.

Alle
Ich bin dein Leib, dein Licht, dein Pest,
dein letzter Schrei, dein falsches Nest.
Ich bin die Lust, die niemals bricht,
der Teufel weint – der Engel flieht.

Erzengel Gabriel 

Die Nacht war tief, mein Blick zerfiel,
ein Sturm aus Schuld, der in mir fiel.
Dann wuchs ein Licht – so still, so real,
und brannte leise, sanft, brutal.
Es färbte Schmerz in Wärme um,
mein Herz schlug klar, doch blieb so stumm.
Der letzte Schatten wich, ich fiel,
und fand den Weg durch Gabriel.
Mein Geist bleibt still, mein Herz ist Ziel,
geschützt im Licht....

will ich zuviel?


Helen K.   2026

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