über eine gewisse Lust und ihre Nachfolgen

Gedicht

von  Tula

Ich bin gerüstet für den faden Rest
der Nacht: ein kaltes Laken, altes Kissen ...
Was sich darunter vielleicht fühlen lässt,
will selbst die dümmste Gans jetzt nicht mehr wissen.

Vor einer Stunde erst – Was für ein Fest!
Berauscht im Sog von Wein und süßem Schleime
zog ich drei Aphroditen in mein Nest ...
Doch waren sie in Wirklichkeit nur Reime.

Was nun von ihnen übrig blieb, durchnässt,
entkräftet, schwer wie eine Ankerkette –
ein Zweifel, der sich durch's Geschlinge presst:
Ob ich's nicht besser 'so' verdichtet hätte.


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Kommentare zu diesem Text


 Aber (22.02.26, 01:06)
Im Grunde auch nur 08/15, Dirk.

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 01:10:
08-14 bitte, du sollst nicht immer so übertreiben

 Aber antwortete darauf am 22.02.26 um 02:45:
00-11.

 Tula schrieb daraufhin am 22.02.26 um 21:10:
das kommt mit der Uhrzeit des letzten Reimes in etwa hin  8-)

 AchterZwerg (22.02.26, 06:18)
Ein erfrischend ehrliches Gedicht!  <3
Jenseits der hieisigen Altmännerphantasien zeigt dein Gedicht, dass kaum noch etwas Frucht trägt, was nicht mehr blühen kann.
Dies gilt für Gedichte ebenso wie für Menschen.

Tut mir ja selber Leid ...

 Moppel äußerte darauf am 22.02.26 um 18:11:
achter :D

 Tula ergänzte dazu am 22.02.26 um 21:14:
Lieber 8er
Ich hoffe, du zählst mich noch nicht zu den 'Altmännern'  8-)

Wichtig allerdings, und darauf kommt es ja an, sind weniger die Phantasien, als vielmehr ihre Verdichtung. Diese Blüten blühen hoffentlich bis ins hohe Alter.

Kräftige Grüße  :)
Tula

 Létranger (22.02.26, 06:54)
Herrlich 👍 😁

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 21:15:
Danke dir!  8-)

 lugarex (22.02.26, 08:46)
super

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 21:17:
Lieber luga
Ich weiß, meine Phantasie hält deiner noch lange nicht stand. Das ist auch gut so, denn deine Zeichnungen erfreuen mich immer wieder.

LG Tula

 Saira (22.02.26, 10:42)
Moin Tula,
 
dein Gedicht hat etwas herrlich Entlarvendes:
 
Man feiert nachts seine Einfälle wie Göttinnen und morgens liegen sie da wie nasse Socken. Diese Fallhöhe ist wunderbar komisch und zugleich sehr menschlich.
 
Schmunzelgrüße
Sigi

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 21:22:
Liebe Sigi
Das hast du mit den nassen Socken wunderbar gut getroffen :D Vielleicht sollte man besser in der Frühe dichten. Wenn's spät abends nicht viel unterhaltsamer wäre.

LG Tula

 Didi.Costaire (22.02.26, 11:19)
Moin Dirk,

es besticht der reife Stenz
hier durch geistige Potenz,

dort durch deren Abstinenz
und 'nen teuren, fetten Benz.

Liebe Grüße, 
Dirk

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 21:31:
Lieber Dirk

Schlimm jedoch, wenn greise Falter
wacker reimen -- übers Alter.
Flunkern sie mit Trieb und Süchten,
schlürft's man gern wie Sekt mit Früchten.

LG Tula

 GastIltis (22.02.26, 11:19)
Hallo Tula!

Es ist die Last der Lust mit ihrem Beigeschmack,
den man verdient, wenn man versucht, heh! fest zu sein.
Da wird die Ankerkette glatt zum Habersack,
und jeder noch so große Dichter fühlt sich klein.

LG von Gil.

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 21:44:
Lieber Gil

Weise Dichter wissen wohl:
leere Fässer klingen hohl.
Auch ein leeres Glas zum Trinken,
taugt nicht, um den Gast zu winken.
Deshalb müssen Verse krachen,
bis sogar die Hexen lachen,
über das, was man gern hätt,
wär' man nicht ein Furz im Bett  :D

LG Tula

 Teo (22.02.26, 15:53)
Hi Tula,
Aphroditen? Warum hast du keine Aphorismen genommen , da gibt et doch hier genug von. Und so trocken.
Ach komm...bleib dran, irgendwann klappt es.
Es grüßt 
Teo

 Tula meinte dazu am 22.02.26 um 21:48:
Lieber Teo
Als alter Seebär hätte ich eigentlich ein paar Sextanten ans Ufer ziehen sollen. Schade ...  Vielleicht in der nächsten Ode nach der driiten Buddel, wenn sich die Verse blähen wie Segel im Orkan  8-)

LG Tula

Antwort geändert am 22.02.2026 um 21:48 Uhr

 Redux (23.02.26, 06:49)
Stimmungsvoll und ein wenig selbstironisch das Altern beschrieben. Nebenbei: wie aus einem Guss.

 Tula meinte dazu am 23.02.26 um 22:08:
Lieber Redux
Ja, selbstironisch, vor allem der letzte Vers. Alles andere ist natürlich frei erfunden  :D

LG Tula

 plotzn (23.02.26, 09:26)
Servus Tula,

das ist mal eine Bettgeschichte der selbstironisch brillanten Art! Wenn das nächtlich Erhabene morgens in sich zusammenfällt, ist der Tag schon gelaufen...

Liebe Grüße
Stefan

 Tula meinte dazu am 23.02.26 um 22:11:
Servus Stefan
Das ist witzig, dass sich hier alle darüber freuen, wie ich mich hier selbst zerfleische. Ich könnte aber tatsächlich mal eine Reihe hocherotischer Abenteuer-Oden ins Forum stellen. Oder gleich einen Sonett-Kranz. DAS kann dann richtig heiter werden  8-)

LG Tula

 AchterZwerg meinte dazu am 24.02.26 um 06:40:
Du weißt doch Stefan: "Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden!"  :D

 moonlighting (27.02.26, 11:31)
Ein köstlich melancholischer Kater danach!

Lg Helen
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