Ritual und Spiritual

Text zum Thema Alltag

von  S4SCH4

Verdrängen auf

Zahnpastabahnen

Tubenwurst 

Tabu
tantalisches Getue

um auf reinem Platz zu landen 

säuberlich

kreisend

minutenlang

anbefohlen

 

Da schäumt das Bewusstsein

auf und über vor Fragen

die unausgesprochen bleiben

weil Zähne zusammengehalten schweigen

solche die ab und zu vielleicht einmal

ein Wort in den Wasserbecher murmelnd sich ertappen

als etwas, dass im Ausguss verschwände und im Untergrund

den Erbsen und Möhren von Weisheit erzählte

 

Der Gischt ähnlich und als weißer Schaum

ein erster der an Land ankäme

an dem der Sand verdrängt

in müden, gläsernen Augen einer Seebetrachtung hinge und

weggewaschen verloren

müdes Antlitz ziert

 

Doch das Gesicht strahlt wie die Sonne die sich senkt

und bald verdrängt

die hohle Falte vergangener Furcht

die Furchen der Zeit

jene, alt und karg und

wie schroffe Klippen

an denen sich heruntersieht

werden von der Brandung des Aufbegehrens junggewaschen und

geblichen wie des Leichnams letzte Haut 

mit einem verbliebenen Herzschlag und einer

milden Eintönigkeit zum Leben

ins Leben gepresst

aus der Tube kommend

vor dem Spiegel

in Erinnerung



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Kommentare zu diesem Text


 LotharAtzert (05.04.26, 16:17)
Um was gehts denn hier? Lymphstau?

 S4SCH4 meinte dazu am 05.04.26 um 17:21:
Im Einzelnen will ichs nicht auseinandernehmen. Im Großen und Ganzen ist es so:
ausgehend von einer profanen Alltagssituation beschreibe ich Bahnen die das (Un)bewusstsein so nimmt, während man (in jüngeren Jahren) nichtsahnend so … vor dem Spiegel mit dieser Profanität steht.
Das lyrIch fühlt sich hierbei erst gegängelt, wird scheinbar weise ist irgendwann äußerst müde von dem Ganzen. Zudem ist es bald alt, hat seine Furcht vor dem Leben verloren, blass und ihm bleibt wieder nur die Erinnerung, also das Bewusstsein … vor dem Spiegel.
Es ist eine typische Alltagsszene, verpackt mit einigen surrealen Elementen zu einer existenzialistischen Miniatur und zu meinem unterschwelligen Thema derzeit: Vergeblichkeit.
Ich hoffe neben deinem rein medizinischen Interesse, konntest du dem Text wenigstens etwas abgewinnen. Danke und Grüße, Sascha
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