Die etwas andere Osterbotschaft (alle Menschen sind schlecht und wo sie es nicht sind werden sie es)

Text zum Thema Persönlichkeit

von  S4SCH4


Ist das Verdammte so derart naheliegend, dass man den Willen entweder als steten Mangel, als Erfordern um und an einer nie versiegenden Quelle, versteht, eine die unweigerlich in einem Kreislauf des Leidens gefangen hielte, also gemäß dem unermüdlichen und negativ konnotierten Willensbegriff nach Schopenhauer oder man aber die Freiheit vom Willen preist?

Pessimismus oder Selbstauslöschung?

Darauf aufbauend wäre ein folgender ´Optimismus des Willens´ nur ein Gefängnis. Selig jene, die es erst gar nie verlassen (aus Sicht der kundigen Willensanalysten) oder gar nicht dazu kommen ließen, die vielen Verliese zu betrachten, die dorthin führten. Doch was führt zum Pessimismus, zum Willen, der zum Inbegriff des Leidens wird? Ein Versprechen? Eine Hoffnung? Wird die dem Menschen positivste Schaffenskraft gerade zum Übeltäter deklariert?

Wird der Mensch ´erwartungspervers´?

Richtet er sich tatsächlich gegen das, was er (an sich /anderen) liebt(e). Und was brächte diese Erkenntnis? Ewiges Siechtum in einer Hölle aus Willenswiderspenstigkeit und Abhandenkommen bzw. dem Abhandenwünschen desgleichen? Perfide auch: Die Gefangenschaft dieser Willensmeierei anzuerkennen, wird, bei eben dieser Anerkennung, nicht etwa Befreiung, sondern zu einer ´ja, dann aber richtig Bußstunde´ vor dem Angesicht eines neonlichtbekränzten Pseudogottes der seinerseits ´Gott sein will´ statt es ´zu sein´. Schwämmen nun auch jene Felle davon und wird aufrichtige (?) Buße zu einem Spielball einer in möchtegerndemutberufenen Reformgesellschaft aka Bus(s) und Bet(t)gesellschaft, bleibt wenig übrig außer vielleicht ein wahrlich schlechter Mensch zu werden.


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Kommentare zu diesem Text


 Jack (06.04.26, 09:43)
Das schopenhauert ja so cioranig den Horstmann, mein lieber Benatar! Was zum Ligotti ist das für ein Ede Hartmann!?

 S4SCH4 meinte dazu am 06.04.26 um 10:55:
Wow.

Hartmann zu hart in seinen Annahmen: Der Kampf zwischen Willen (Unlogisch) und Vorstellung (Logisch) ist mir kein verlässlicher. Es kann daher keinen Sieg geben, zu wachsweich die Kontrahenten, sie tauschen ihre Seiten, ihre Uniformen usw. Was nicht bedeutet, dass es jenen süßen Sieg nicht gäbe, den ein Gott dem Menschen verspricht, denn nicht umsonst hätte Cioran „ihn am liebsten eigenhändig zur Strecke gebracht“, er schien zu wissen welchen Preis so etwas erfordert und hat ihn damit (leider) ausgewiesen. Ligotti hingegen übersieht (höheres Gut / göttlichen Planung), ob das Hoffnung oder ´radikale´ Einsicht ist, weiß ich nicht; in jedem Fall ist es metaphysischer Notstand durch Tiefflieger. Apropos Notstand (aber diesmal durch einen vermeintlichen Höhenflug): Benatars Analyse zu Leid und Glück ist fischig, es angelt sich mit einer dialektischen Rute, die gar nicht von den Händen gehalten werden kann, es fehlt schlicht an einem Verhältnis, einem Gleichgewicht; frei von einem „Mittelmaß Gott“ übernimmt er scheinbar die indirekte Frage der Schöpfung (Menschen machen) treffenderweise gleich mit? Horstmann hingegen ist da noch direkter AntiSchöpfung, propagiert er doch gleich die Abschaffung der Menschheit durch selbige und meint wahrscheinlich, dass es ihr so leicht gelänge. Es ist naiv anzunehmen, dass man so leicht aus der Nummer rauskäme … es ist doch deutlich perfider …

 EVdR (06.04.26, 10:10)
Das Schwarz
ist tief.

Die Bilanz
des Willens
geht nicht auf.

Aber:

Was ist schlecht?

Steckt in schwarz
nicht auch
ein wenig weiß?

Das Gute
im Schlechten
ist die Reibung,
die wach hält.

Ohne den Defekt
keine Vision.

Nur Stille.

LG 
EVdR

 S4SCH4 antwortete darauf am 06.04.26 um 10:56:
Ja, dein Werk lässt durchscheinen, dass es stets weitergeht … wie du es so treffend beschreibst:

„Das Gute
im Schlechten
ist die Reibung,
die wach hält.“
ich fürchte nur den Abrieb und die erfolgende Ermüdung dadurch …



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