Klartext (zum Genre des Tages)

Lebensweisheit

von  Citronella

Manchmal ist weniger mehr - und ein Text in korrekter Groß- und Kleinschreibung leichter lesbar als in Großbuchstaben und Fettdruck.



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Kommentare zu diesem Text


 niemand (06.05.26, 09:41)
@ Citro
In der Tat ist manchmal [sogar öfter] weniger mehr, besonders im Bereich der Lyrik [wenn man die Satire mal ausnimmt]  wirkt manches "lyrische Gedicht" wie ein bemühter Bandwurm in welchem sich der Schreibende zu sonnen versucht, ohne auf den Punkt kommen zu wollen, welcher dann meistens auch ziemlich dürftig ist von der Aussage her. Es wirkt nicht selten, als ob ein Schreiber auf seiner eigenen Fantasie ausgerutscht wäre   :D    und sich kaum noch stoppen kann.   LG Irene

Kommentar geändert am 06.05.2026 um 09:42 Uhr

 Citronella meinte dazu am 06.05.26 um 13:19:
als ob ein Schreiber auf seiner eigenen Fantasie ausgerutscht wäre

Ja, die mag es geben, Irene. Die muss ich aber nicht lesen, während ich von den aufdringlichen Großbuchstaben samt Kindergartenzeichen auf der Startseite Augenschmerzen bekomme. Aber es scheint, als ob diejenigen, die am rücksichtslosesten agieren, von einigen Seiten auch noch den meisten Beifall bekommen. Kindergarten eben.

LG Citronella

 niemand antwortete darauf am 06.05.26 um 16:44:
Ja, das stimmt, diese aufdringliche Großschreiberei geht einem doch
auf die Nerven. Und ist übrigens auch mühsam zu lesen.
Genauso verhält es sich aber mit einer permanenten Kleinschreiberei,
besonders bei Prosa-Texten. Man kriegt das alles nur mühsam
zusammen.   :(

 AnneSeltmann schrieb daraufhin am 07.05.26 um 09:18:
Ups...ich schreibe ja seit geraumer Zeit nur noch klein...

Muss ich mir jetzt Gedanken machen?  :D ;)

 niemand äußerte darauf am 07.05.26 um 09:23:
Das war mehr auf Prosa/Erzählungen, Geschichten bezogen.
In der Lyrik kann die Kleinschreberei einen Vorteil haben.
Man kann zeilenübergreifend schreiben und lesen. Wenn aber eine Erzählung lang ist, dann muss man sich mühen den Zusammenhang
zu behalten. Dann hilft die normale Schreibweise mit Satzzeichen
etc. ungemein   ;)     LG Irene

 Wastl ergänzte dazu am 07.05.26 um 18:25:
großbuchstaben lesen bzw - GROßBUCHSTABEN LESEN finde ich auch viel anstrengender und frage mich - warum der großbuchstabenscheiber nicht selbst erkennt - dass dadurch seine leserschaft kleiner ist - als wenn er so schreibt - dass seine leser sich nicht so anstrengen müssen - übrigens demonstriere ich hier gerade - wie ich vor zehn jahren geschrieben habe - und wenn ich meine alten texte in dieser art lese - bin ich darüber erstaunt - dass ich mich beim lesen leicht tue - vielleicht fühlen sich die bindestriche - statt die wie unkraut aus dem boden sprießenden kommazeichen - angenehmer an - - habe früher sehr viel herumexperimentiert - wie man so schreiben könnte - dass es beim lesen am angenehmsten ist - dann habe ich mich aber nach den vielen beschwerden dem orthodoxen schreibstil angepasst - klar - wenn die leser etwas bestimmtes gewohnt sind - kann man sie nicht so leicht für was neues begeistern - wär eine aufwendige umstellung

Lieben Gruß an Euch alle

Wastl

Antwort geändert am 07.05.2026 um 18:27 Uhr

 Citronella meinte dazu am 08.05.26 um 09:42:
Moin Wastl,

gegen das Herumexperimentieren spricht ja auch gar nichts, solange es nicht in bräsige Selbstherrlichkeit ausartet und ein Forum damit geflutet wird.  8-)

LG Citronella

 AnneSeltmann (07.05.26, 09:20)
Hallo Citronella!

Manchmal braucht ein guter Text gar keine typografische Lautstärke, weil seine Worte bereits für sich sprechen. Großbuchstaben und Fettdruck können schnell wirken wie permanentes Rufen — und genau dadurch geht oft die feine Wirkung verloren.
Ich merke selbst beim Lesen, wie sehr eine ruhige, klare Schreibweise den Gedanken Raum gibt zu atmen. Gerade poetische oder nachdenkliche Texte gewinnen oft durch Zurückhaltung. Weniger Aufmerksamkeit auf die Form lenkt den Blick stärker auf das, was eigentlich gesagt werden möchte.
Und vielleicht ist das tatsächlich die schönste Kunst beim Schreiben: nicht lauter zu werden als die eigenen Worte.


Liebe Grüße

Anne

 Citronella meinte dazu am 07.05.26 um 17:01:
Danke, Anne, dann bin ich ja doch nicht allein mit meiner Meinung.

Gegen Kleinschreibung in der Lyrik spricht gar nichts, und in der Prosa kommt sie hier doch äußerst selten vor.

Und vielleicht ist das tatsächlich die schönste Kunst beim Schreiben: nicht lauter zu werden als die eigenen Worte.
Und die Kunst eines friedlichen Miteinanders wäre es dann, sich nicht ständig in den Vordergrund zu drängen. Haben solche Menschen vielleicht ein extrem niedriges Selbstwertgefühl, sodass sie immer wieder auf sich aufmerksam machen müssen?

Liebe Grüße

Citronella
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