(„Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält. …“)
Bei Rilke können Gitterstäbe gehen!
An Mensch und Tier ziehn friedlich sie vorbei.
Zwar hab ich selber das noch nie gesehen,
doch wer behauptet, dass es anders sei?
Wem, wenn nicht Rilke, mag man es verzeihen,
wenn er die Nüchternheit etwas verklärt!
Kein Kritiker kann seine Kunst entweihen,
drum sei ihm Ungenauigkeit gewährt.
Wär er ein Freund, dann würd ich ihn belehren,
am Anfang ein paar Wörter umzukehren:
Sein Blick streift beim Vorübergehn die Stäbe,
doch ist so müde, dass er nichts mehr hält.
…
(„Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.“ )
Inge Wrobel 13.06.2026