Brach-Land

Alltagsgedicht zum Thema Absurdes

von  Moppel


 

Lieblos

wuchert Papier auf den Feldern.

Mit Worten beschmiert,

die Seelen verhungern lassen.

 

Armselige Hülsen

schwanken im Wind.

Vergilben

in einer fruchtlosen Zeit,

 

in der Samen nicht mehr wissen,

was sie tragen.



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Kommentare zu diesem Text


 harzgebirgler (15.06.26, 12:02)
„Wozu Dichter in dürftiger Zeit?“ ist eine berühmte rhetorische Frage aus der Elegie Brot und Wein (1800/1801) von Friedrich Hölderlin. In Zeiten des Umbruchs oder des gefühlten geistigen Niedergangs fragt sie nach dem tieferen Sinn von Kunst und Poesie.
Hölderlin beantwortet die Frage damit, dass Dichter den Menschen als „Priester des Weingotts“ in dunkler Nacht Orientierung, Trost und Momente der Freude stiften. Sie erinnern an das Göttliche und Höhere, wenn die Gesellschaft nur von reinem Nutzen- und Zweckdenken geprägt ist.
Später, in den 1950er Jahren, griff der Philosoph Martin Heidegger Hölderlins Frage in seinem Aufsatz Wozu Dichter? in den Holzwegen auf. Für ihn leben wir in einer Zeit der „Weltnacht“, in der sich die Welt zunehmend verfinstert und das Göttliche abwesend ist. Dichter fungieren in dieser Leere als Mittler, die durch das geschaffene Wort das Unsagbare erlebbar machen.


LG vom Harzer
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