NICHT NUR KEIN ZYLINDERKOPF DENKT -- gedanken-sonettje
Gedanke zum Thema Gedanken
von harzgebirgler
Anmerkung von harzgebirgler:
WIE HÄNGT AUS HEIDEGGERS SICHT DENKEN AUCH MIT ANDENKEN, ERINNERUNG, GEDÄCHTNIS, MNEMOSYNE, DANKEN, ANDACHT UND SEINSVERGESSENHEIT ZUSAMMEN?
Für Martin Heidegger ist das traditionelle, logisch-rationale Denken der Philosophie (das „rechnende Denken“) unvollständig. Er setzt ihm ein „wesentliches Denken“ entgegen, das eng mit Herkunft, Gedächtnis und dem Sein verwoben ist.
Denken ist kein bloßes Produzieren von Argumenten, sondern ein An-denken an das, was bereits da ist, aber verborgen liegt. Es ist das Eingedenken des Seins. Heidegger versteht Erinnerung im wörtlichen Sinne als „In-nerung“ – das Verinnerlichen und Zurückholen des vergessenen Ursprungs der Philosophie – und er begreift das Gedächtnis nicht als Datenspeicher, sondern„Sammlung des Denkens“: Es verwahrt und hütet das, was ungesprochen bleibt und woraus alles Denken entspringt.
- Bezugnehmend auf die griechische Mythologie (die Göttin des Gedächtnisses) sieht Heidegger Mnemosyne als das Sammeln der Aufmerksamkeit auf das Wesentliche. Es ist die Quelle der Dichtung und des echten Denkens.
In seiner Etymologie verbindet Heidegger Denken direkt mit Danken. Echtes Denken ist Danksagung für das Geschenk des Seins. Wir danken dem Sein, indem wir es in Gedanken zulassen. Das Denken nimmt hier einen fast religiösen, aber philosophiegeschichtlichen Charakter an. Es ist ein andächtiges, hörendes Verweilen vor dem Mysterium des Seins, statt einer aggressiven Analyse der Welt
- Die moderne Welt und die klassische Metaphysik haben laut Heidegger das Sein selbst vergessen und sich nur noch auf die Seienden (Gegenstände, Technik, Nutzen) konzentriert.
- Das Andenken, die Erinnerung und das Danken sind Heideggers Heilmittel gegen die Seinsvergessenheit. Erst wenn das Denken wieder zum Danken und andächtigen Erinnern wird, kann der Mensch die Seinsvergessenheit überwinden.