Der Schlechtmensch

Parodie

von  Juni

Die Einführung der Kategorie des Schlechtmenschen kann sich im weiteren als äußerst praktisch erweisen. 

Der abgrundtief böse Mensch, böser als der Teufel selber, der für eine beim weniger schlechten noch greifende Besserung nicht infrage kommt, ergibt in der Summe das jeweils zeittypische Feindbild. Wer mir gerade in die quere kommt, dem drücke ich den immer parat liegenden Stempel Schlechtmensch auf, und ab dafür, erst mal  verteufelt, wird man dann schon weiter sehen... 

Im Mittelalter war es der Jude, der die Taufe verweigerte, in der Renaissance die Hexe, sie musste verbrannt werden, in der Nazizeit der unverbesserliche Kommunist, im Stalinismus der gierige Kulak, im Islamismus die unverschleierte Frau... 


...  was kommt als nächstes?





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Kommentare zu diesem Text


 Augustus (24.06.26, 08:52)
Nur kurz: Bei den Hexen blieb es nicht nur bei der Anklage einer Person. Die Angeklagte musste unter der Folter immer weitere Namen nennen. Die Personen wurden anschließend gleichfalls angeklagt. Es galt also die Abweichler im größeren Kreis zu finden. So wurden auch völlig harmlose und dem Glauben treue Christen angeklagt, nur weil ihr Name beim brutalen Verhör in den feuchten dunklen Kammern herausgepresst wurde.

 Juni meinte dazu am 24.06.26 um 09:10:
Das war so, und es trifft fast immer zu bei Folter, sei es Gestapo, nkwd, Pinochet, waterbording ect.

 niemand antwortete darauf am 24.06.26 um 09:20:
...  was kommt als nächstes?
Muss nichts kommen, ist ja bereits. Der Jude wird wieder verteufelt, gemobbt etc, von den Roten und den Grünen. Ausgerechnet von den Gutmenschen, welche die ganze Welt retten wollen. Nur der Jude passt da nicht rein. Und das nach unserer Vergangenheit.

Nichts ist so angesagt, wie das sich etwas "passend machen"
Sind wir da nicht bereits Weltmeister darin?
LG niemand

 Juni schrieb daraufhin am 24.06.26 um 09:33:
Da ist was dran. Die Sache mit dem aktuellen Verteufeln des Juden geht auf die Zeiten der RAF und DDR zurück, die waren engstens verbandelt mit den Paliaktivisten. Der 7. Oktober war Staatsfeiertag der DDR, ein Schelm wer da an Zufall denkt.

 niemand äußerte darauf am 24.06.26 um 10:38:
Manchem selbsternannten Gutmenschen [das gut ist bei solchem betont] würde es nicht schaden mal ehrlich in sich zu gehen oder sich vor den Spiegel zu stellen, damit er gelegentlich seine Fratze  erblicken kann. Diese Heiligenscheine kann ich nicht mehr ab. Diese großen Worte gepaart mit ihrem Gratis-Mut ... Ich würde mich als Mensch schämen mir dermaßen gute Eigenschaften anzudichten
wie es so mancher Gutmensch tut. Und es ist nichts als Dichtung
und Eitelkeit von der er getragen wird. LG Irene

 Jack (24.06.26, 09:27)
Das Wort zum 24. Juni.

 Juni ergänzte dazu am 24.06.26 um 09:29:
keine Panik, der unverbesserliche Schlechtmensch bin ich, alles nur Manipulierungsversuch.

 EkkehartMittelberg (24.06.26, 10:42)
Man kann Tatsachen parodieren. Dadurch schafft man sie nicht aus der Welt.

 Juni meinte dazu am 24.06.26 um 11:00:
Eine Kategorie ist eine Schublade, die der Mensch gedanklich sich zimmert. Wer dann dort reingeschubst wird, entscheidet ... ja, wer genau? Wo ist die Grenze zw. "Schlechtmensch" und den "guten"? Wieviele Körnchen Güte darf ein Schlechtmensch enthalten? Wieviele Körnchen Böses darf ein guter enthalten?
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