Klage

Villanelle

von  Quoth

Uns wurde die Tochter entrissen
von einem brutalen Sarkom.
Es bleibt uns nichts als Vermissen.

Wie gern würden wir sie küssen,
bewundern im Hippodrom.
Uns wurde die Tochter entrissen.

Sie hat sich dem Gehenmüssen
widersetzt wie ‘nem reißenden Strom.
Es bleibt uns nichts als Vermissen.

Noch zeigt ihren Abdruck das Kissen,
Kopfschmerz war das erste Symptom.
Uns wurde die Tochter entrissen.

Wo ist sie? Wir können’s nicht wissen,
das weiß auch kein Kölner Dom.
Es bleibt uns nichts als Vermissen.

Wir leben weiter beflissen.
Vermaledeites Sarkom!
Uns wurde die Tochter entrissen.
Es bleibt uns nichts als Vermissen.



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Drita (28.06.26, 21:24)
Dieses Gedicht trifft mitten ins Herz. Der Schmerz verliert nie seine Stimme - und doch wird er hier mit einer Würde und Liebe ausgesprochen, die tief bewegt.

LG
Drita
Zur Zeit online: