Das Fenster

Parabelstück zum Thema Weisheit

von  Saira

Es gibt Menschen,

die pflanzen

keinen einzigen Baum,

doch vermessen

den Schatten

jedes Waldes.

 

Sie sammeln

Federn,

die der Wind

aus fremden Flügeln trägt,

und glauben,

der Himmel

gehöre ihnen.

 

Wer lange

durch fremde Fenster blickt,

dem wächst

das Glas

ins Auge.

Der Horizont

rückt
aus dem Auge.

 

Eine Wurzel

verlässt

den eigenen Boden,

um das Wasser

eines fremden Gartens

zu trinken.

Als sie zurückkehrt,

erkennt sie

die Erde nicht mehr.

 

Wo

kein Samen

der Dunkelheit

anvertraut wird,

beginnt man,

über Blüten

zu Gericht

zu sitzen.

 

An solchen Häusern

geht die Zeit

vorüber

wie Regen

an verschlossenen Läden.

Als sie wiederkehrt,

kennt sie

nur noch

Staub.

 

Ein Lied

erhebt

keinen Einspruch

gegen den Lärm.

Ein Stern

verlangt

kein Recht

von der Nacht.

Beide

vollenden

schweigend,

wofür

sie geboren wurden.

 

Am Ende

öffnet man

deine Hände.

Nicht,

um zu zählen.

Um zu sehen.

 

Manche

tragen

den Duft

eines Waldes.

Manche

den Raschelklang

abgerissener Blätter.

 

Der Wind

nimmt beides

an sich.

Doch nur

aus einem

wächst

Frühling.

 

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026


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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (01.07.26, 10:26)
Hallo Sigi,
ich lese dein Gedicht als gelungene Verbildlichung von Entfremdung.

Liebe Grüße
Ekki
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