Stillleben
Skizze
von SiebenÄpfel
Kommentare zu diesem Text
Der Wunsch, still und in Ruhe zu leben, nimmt zu, je älter du wirst. Da sei ganz unbesorgt!
Irgenwann akzeptierst du das Chaos in seiner Notwendigkeit und erkennst, wie es sich immer wieder zur Kunst fügt - auch ohne dein Zutun. Und was ist Kunst anderes als ein Innehalten im Daseinskampf.
(Klar, Kakerlaken müssen nicht dringend dazu beitragen!
)
Irgenwann akzeptierst du das Chaos in seiner Notwendigkeit und erkennst, wie es sich immer wieder zur Kunst fügt - auch ohne dein Zutun. Und was ist Kunst anderes als ein Innehalten im Daseinskampf.
(Klar, Kakerlaken müssen nicht dringend dazu beitragen!
Hallo AchterZwerg, Innehalten im Daseinskampf ist eine sehr passende Metapher für Kunst! Die werde ich mir merken. Liebe Grüße!
Weibergequatsche.
ARON, DRÜCKT DER LEHRERALLTAG SO SEHR, DASS DU DEIN BUKOWSKI-GELABER VON ANNO DAZUMAL AUSPACKEN MUSST? DEIN BRO.
Moin SiebenÄpfel,
du hast deinen Text ganz ruhig geschrieben. Mit jedem Absatz hatte ich das Gefühl, die Wohnung und das Leben des lyrischen Ichs ein bisschen besser kennenzulernen.
Da sind die vielen kleinen Beobachtungen: Der Geruch von Rauch, die Tauben auf dem Balkon, die Angst vor den Kakerlaken, die alten Zettel aus der Schulzeit.
Am Ende mit der Obstschale musste ich schmunzeln. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass all die Erinnerungen, Gegenstände und Gedanken ihren Platz gefunden haben.
Ein stiller, warmer Text.
Liebe Grüße
Saira
du hast deinen Text ganz ruhig geschrieben. Mit jedem Absatz hatte ich das Gefühl, die Wohnung und das Leben des lyrischen Ichs ein bisschen besser kennenzulernen.
Da sind die vielen kleinen Beobachtungen: Der Geruch von Rauch, die Tauben auf dem Balkon, die Angst vor den Kakerlaken, die alten Zettel aus der Schulzeit.
Am Ende mit der Obstschale musste ich schmunzeln. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass all die Erinnerungen, Gegenstände und Gedanken ihren Platz gefunden haben.
Ein stiller, warmer Text.
Liebe Grüße
Saira
Hallo Saira, das freut mich sehr, genau das war meine Intention, der Text sollte formal selbst ein Stillleben sein. Liebe Grüße!
*an apple the day keeps the doctor away*💪
LG Nuna
LG Nuna
Hallo Nuna, ich esse nur einen halben pro Tag, hoffentlich reicht das auch! Liebe Grüße!
ein schöner, ruhiger, bildhafter Text, gerne gelesen.
LG Hanna
LG Hanna
Hallo Hanna, das freut mich! Liebe Grüße!
Liebe Sie, dein Text Stillleben hat genau wieder diesen 'Erzähl-Stil', den ich von dir kenne und der mich reizt, besonders die Psyche des (Erzähl-)Ichs ein wenig ausführlicher unter meine persönliche Lesezeitlupe zu nehmen. Mich interessiert hier vor allem der in raffinierten Metaphern geschilderte Selbstfindungsprozess des Loslassens der Vergangenheit bzw. der Loslösung von der Mutter.
Die Protagonistin zieht in ein 'Hochhaus' (also weit weg vom Boden ihrer vergangenen Tatsachen) und muss (wenn der Lift kaputt ist, was wahrscheinlich öfter der Fall ist in einem alten Haus aus den 70iger Jahren) Treppen-Stufen überwinden, um vom bedrohlichen Außen (Schmutz, Chaos usw.) in ihren 'inneren Schutzraum' zu gelangen. Hier sieht sie die Chance, zur Ruhe zu kommen und zur inneren Einkehr zu finden. Sie sichtet (sowohl Dingliches als auch ihre Gedanken) und sortiert, was ihr für das eigene Leben weiterhin wichtig erscheint und was nicht. Sie findet somit nach und nach einen Weg, mit Altlasten umzugehen bzw. sich davon zu befreien.
Spannend geschildert finde ich diese Passage:
Überhaupt mag ich - nach inzwischen wiederholtem Lesen - immer wieder diese fantastisch sinnbildlichen Übertragungen, die meiner Interpretation Nahrung geben, z. B. die raffinierte Überlegung der Protagonistin, sich die Freundschaft der Nebelkrähen mit Walnüssen zu erkaufen, um ihre Außenwelt in Zukunft nicht mehr zwangsläufig als Bedrohung empfinden zu müssen.
Und dann die alte Obstschale am Ende! Für mich eine tolle Metapher, die das eigentliche Ankommen im selbstbestimmten Leben symbolisiert. Die Protagonistin holt sich bewusst ein fremdes Stück von außen in ihre eigenen vier Wände. Und wenn sie davon ein Foto an die Mutter schickt, ist das m. E. auch ein Befreiungsbeweisstück. Sie scheint - zu dem, was sie schriftlich hinzufügt - auch sagen zu wollen: "Guck, mein Chaos fällt jetzt ganz von selbst zu (m)einem eigenen Kunstwerk zusammen, auf das ich stolz sein kann!"
Hat mir wieder großen Spaß gemacht, mich in deinem 'Stillleben' zurechtzufinden
. Liebe Grüße - Vaga
Die Protagonistin zieht in ein 'Hochhaus' (also weit weg vom Boden ihrer vergangenen Tatsachen) und muss (wenn der Lift kaputt ist, was wahrscheinlich öfter der Fall ist in einem alten Haus aus den 70iger Jahren) Treppen-Stufen überwinden, um vom bedrohlichen Außen (Schmutz, Chaos usw.) in ihren 'inneren Schutzraum' zu gelangen. Hier sieht sie die Chance, zur Ruhe zu kommen und zur inneren Einkehr zu finden. Sie sichtet (sowohl Dingliches als auch ihre Gedanken) und sortiert, was ihr für das eigene Leben weiterhin wichtig erscheint und was nicht. Sie findet somit nach und nach einen Weg, mit Altlasten umzugehen bzw. sich davon zu befreien.
Spannend geschildert finde ich diese Passage:
Ich habe lange gebraucht, um den Zigarettenrauch aus dem Haus meiner Mutter aus meinen Sachen zu lüften. Ich habe meine Bücher in Mülltüten verpackt in den Gefrierschrank gelegt.
Und dann die alte Obstschale am Ende! Für mich eine tolle Metapher, die das eigentliche Ankommen im selbstbestimmten Leben symbolisiert. Die Protagonistin holt sich bewusst ein fremdes Stück von außen in ihre eigenen vier Wände. Und wenn sie davon ein Foto an die Mutter schickt, ist das m. E. auch ein Befreiungsbeweisstück. Sie scheint - zu dem, was sie schriftlich hinzufügt - auch sagen zu wollen: "Guck, mein Chaos fällt jetzt ganz von selbst zu (m)einem eigenen Kunstwerk zusammen, auf das ich stolz sein kann!"
Hat mir wieder großen Spaß gemacht, mich in deinem 'Stillleben' zurechtzufinden
. Liebe Grüße - VagaKommentar geändert am 16.07.2026 um 12:36 Uhr
Hallo Vaga, ich freue mich wirklich sehr, dass du dich auch mit diesem Text so intensiv auseinandersetzt und meine mondänen Metaphern so sinnvoll deutest; und wieder verraten sie mir etwas über den Text hinaus, das ich beim Schreiben selbst nicht bedacht habe! Zum Beispiel steht das Hochhaus aus den 70ern für mich eher für einen sozialen Abstieg, die Mutter wohnt in einem eigenen Haus (Dachboden). Ironischerweise bringt die Höhe aber ein intensiviertes Himmelerleben mit sich, das Kakerlaken, Dreck und kaputten Aufzügen trotzt. "Weit weg vom Boden ihrer vergangenen Tatsachen" schließt das allerdings ein, eine kluge Beobachtung, die sich auf den gesamten Text übertragen lässt und hält! Liebe Grüße!
Danke für dein Feedback. Es steckt (für mich) stets viel Deutungspotenzial in deinen Texten, und wenn ich meine Gedanken, die mir während des Lesens spontan in den Kopf kommen, am Ende 'ordne' und schriftlich fixiere, vertieft das mein persönliches Erinnerungsvermögen daran, was ich sehr zu schätzen weiß. Bin deshalb immer gespannt auf Neues von dir.