Der Tag, an dem Isai zu sterben begann
Kurzprosa
von Drita
Kommentare zu diesem Text
Liebe Drita, ich möchte doch einmal wieder einen mich sehr berührenden Text von dir kommentieren.
Schon während des Lesens spürte ich zunehmend eine tiefe Traurigkeit, deren Ursprung erst ganz am Ende greifbar wird.
Die wahre Tragik dieser Beziehung liegt im Verborgenen. Isai stirbt nicht erst am Krebs, er beginnt an seinem Hochzeitstag bereits zu sterben. Die hastig geschlossene Ehe wurde zur Zwangsgemeinschaft, ausgelöst durch eine Schwangerschaft, höchstwahrscheinlich von einem anderen Mann, Elmas unerreichbarer Jugendliebe.
Das 'Geheimnis' - für mich zwischen den Zeilen herauslesbar - ist das stumme Einverständnis der beiden in ihrem gemeinsamen Leben emotional Gefangenen. Elma bekämpft ihre Schuldgefühle mit exzessivem Putzen, während Isai in eine lebenslange Depression flüchtet. Eine Tragödie, in der beide aus gesellschaftlicher Pflicht ihre Lebensenergie opferten.
Erst ganz am Ende, als Elma ein einziges gelbes Blatt von Isais Hofseite liegen lässt, bricht sie mit dem Zwang der Vergangenheit.
Es ist ein Schlussmotiv, das ich wie ein Bild vor Augen habe und das mich noch einmal ganz besonders berührte.
Liebe Grüße - Vaga
Schon während des Lesens spürte ich zunehmend eine tiefe Traurigkeit, deren Ursprung erst ganz am Ende greifbar wird.
Die wahre Tragik dieser Beziehung liegt im Verborgenen. Isai stirbt nicht erst am Krebs, er beginnt an seinem Hochzeitstag bereits zu sterben. Die hastig geschlossene Ehe wurde zur Zwangsgemeinschaft, ausgelöst durch eine Schwangerschaft, höchstwahrscheinlich von einem anderen Mann, Elmas unerreichbarer Jugendliebe.
Das 'Geheimnis' - für mich zwischen den Zeilen herauslesbar - ist das stumme Einverständnis der beiden in ihrem gemeinsamen Leben emotional Gefangenen. Elma bekämpft ihre Schuldgefühle mit exzessivem Putzen, während Isai in eine lebenslange Depression flüchtet. Eine Tragödie, in der beide aus gesellschaftlicher Pflicht ihre Lebensenergie opferten.
Erst ganz am Ende, als Elma ein einziges gelbes Blatt von Isais Hofseite liegen lässt, bricht sie mit dem Zwang der Vergangenheit.
Es ist ein Schlussmotiv, das ich wie ein Bild vor Augen habe und das mich noch einmal ganz besonders berührte.
Liebe Grüße - Vaga
Liebe Drita, ich kommentiere hier fast nie, aber dein Text lädt mich ein.
ich bin berührt von der Tiefe der Schichten, in die du eintauchst. Die stille Verwobenheit zeugt von einem tiefen Verständnis des Lebens der Autorin. Danke, das ich es lesen durfte.
LG Hanna
ich bin berührt von der Tiefe der Schichten, in die du eintauchst. Die stille Verwobenheit zeugt von einem tiefen Verständnis des Lebens der Autorin. Danke, das ich es lesen durfte.
LG Hanna
Liebe Drita,
man sagt der Lyrik nach, dass sie sich in besonderer Weise zur Verdichtung der Aussage eigne. Dein Text zeigt, dass dies mit kurzer Prosa ebenfalls möglich ist. Er hat kein Wort und kein Bild zu viel oder zu wenig.
Durch die Prägnanz der Aussage muss sich der Leser den Sinn selbst erschließen.
Liebe Grüße
Ekki
man sagt der Lyrik nach, dass sie sich in besonderer Weise zur Verdichtung der Aussage eigne. Dein Text zeigt, dass dies mit kurzer Prosa ebenfalls möglich ist. Er hat kein Wort und kein Bild zu viel oder zu wenig.
Durch die Prägnanz der Aussage muss sich der Leser den Sinn selbst erschließen.
Liebe Grüße
Ekki
Ein leiser Text mit viel Tiefer. Er ist nicht eindeutig, zeigt aber das die Zeit nicht nur vergessen geht. Es wird auf Dauer nicht alles besser, oder anders. Nicht immer scheint die Sonne. Für manche Menschen zu selten.