Die Vogelscheuche

Ballade zum Thema Macht

von  Moppel


 

Die Vogelscheuche streckt

die dürren Arme weit

und längst verlorne Zeit

liegt atemlos, versteckt

 

vor Hülsen, ausgelutscht.

Kaum Halme tragen Frucht,

als sei der Tag die Schlucht,

in die Gewohntes rutscht.

 

Es huschen die Legenden,

von Weibern, schwarz verhüllt,

in Gläser eingefüllt,

auf dass sie niemals enden.

 

Ach, Hunger ist ein Tier.

Zehn Krähen gehen nieder

und blähen ihr Gefieder

vor jener Herrin hier.

 

Die Saat ging immer auf.

Es lungern Hitzeschwaden.

Natur nimmt ihren Lauf,
ein Dackel beißt ihr in die Waden.

 

Doch als die Scheuche fällt

als Herrin ihrer Welt,

da hebt ein Flüstern an.

Ihr Geist, der lebt und schwebt

 

am Feld wie Nebel ziehen

Die Krähen krächzen, fliehen.

Die Luft schmeckt süß wie Wein.

Der Dackel hebt sein Bein…



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